Niemand ist gern Außenseiter.
Psychosoziale Folgen der Behandlung
Autor: Barabara Grießmeier, Iris Lein-köhler, Erstellt am 29.08.2022, Zuletzt geändert: 16.01.2023 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e258094
Viele Kinder und Jugendliche, die die Behandlung einer bösartigen Erkrankung überstanden haben, werden vermutlich noch einige Zeit brauchen, um sich auch von den emotionalen und sozialen Folgen dieser Zeit zu erholen. Die Erschütterung, die die Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung auslöst, macht sich oft erst richtig bemerkbar, wenn die anstrengende Behandlung mit den vielen Klinikterminen vorbei ist und Raum für die Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten, Sorgen und anderen Gefühlen entsteht. Je nach Alter des Kindes wird die eigentliche Bedrohlichkeit der Situation ja unterschiedlich wahrgenommen: Je älter die Kinder sind, umso mehr treten Fragen nach dem Umgang mit dem eigenen Leben, mit Ängsten vor der Zukunft oder Sinnfragen in den Vordergrund.
Die Erkrankung wird immer ein wichtiger Teil ihres Lebens bleiben und es braucht Zeit, um diese Erfahrungen zu verarbeiten und zu integrieren. Genau-eres dazu finden Sie im Kapitel „Wie geht es der Familie“.
Neben den unmittelbaren „Nachwehen“ der Behandlung, können mit dem Auftreten von gesundheitlichen Spätfolgen im Lebenslauf erneut psychosoziale Herausforderungen entstehen (beispielsweise Umgang mit einem unerfüllten Kinderwunsch), die einer entsprechenden psychologischen Unterstützung/Behandlung bedürfen.