Verhalten im Alltag

Autor:  Maria Yiallouros, Dr. med. habil. Gesche Tallen, erstellt am 25.08.2009, Zuletzt geändert:  12.05.2020

Infektionskrankheiten können für Patienten unter Chemotherapie eine lebensgefährliche Bedrohung sein, da der Körper über zu wenig gesunde weiße Blutkörperchen und Abwehrstoffe verfügt, um mit der Krankheit problemlos fertig zu werden. Daher:

  • Kontakt mit großen Menschenmengen vermeiden: Meiden Sie öffentliche Spielplätze, Einkaufszentren und öffentliche Verkehrsmittel (auch Sammeltaxen).
  • Lassen Sie Ihr Kind, wenn möglich, häufig draußen spielen (eigener Garten) oder unternehmen Sie Waldspaziergänge; dabei direkte Sonneneinstrahlung vermeiden (Kopfbedeckung!).
  • Meiden Sie Menschen mit Infektionen: Kein Besuch von Menschen mit Erkältungskrankheiten.
  • Bei Erkältungen eines Familienmitglieds ist ein zu enger Kontakt zum Patienten zu meiden; gegebenenfalls Mundschutz tragen.
  • Kein Kontakt mit anderen Kindern, wenn bei diesen eine Kinderkrankheit (insbesondere Windpocken, Gürtelrose oder Masern) vorliegt oder der Verdacht darauf besteht; eine Infektion mit diesen Viren kann lebensgefährlich sein.
  • Bei Lippenbläschen (Herpes labialis) auf den "Gute-Nacht-Kuss" verzichten.
  • Infektfreie Freunde und Verwandte können und sollen das kranke Kind besuchen; bestehende soziale Kontakte sollten aufrechterhalten werden.
  • Das kranke Kind kann mit den Geschwistern in einem Zimmer schlafen.
  • Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Kontakt mit einer erkrankten oder ansteckenden Person, sofort das Behandlungsteam informieren, da Medikamente und passende Impfstoffe zur Verfügung stehen, die den Ausbruch der Krankheit verhindern oder abmildern können.

Impfschutz von Kontaktpersonen: Angehörige und andere regelmäßige Kontaktpersonen des immungeschwächten Patienten sollten vollständig gemäß den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) geimpft sein. Besonders wichtig ist der vollständige Schutz gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken-Viren (Varizellen). Weitere Informationen zum Thema "impen" und "Impfschutz" finden Sie hier.