Begleitende Gespräche - oder: Wo können Sie Ihren Kummer abladen?

Autor:  Barbara Grießmeier, Iris Lein-Köhler, Zuletzt geändert: 19.07.2023 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e243105

Psychosoziale Versorgung in der Kinderonkologie findet in wesentlichen Teilen durch begleitende Gespräche statt. Dies bedeutet, dass die psychologischen MitarbeiterInnen des Teams auf jeden Fall während der stationären Aufenthalte und teilweise auch bei Ambulanzterminen auf Sie zukommen und sich erkundigen, wie es Ihnen und Ihrem Kind gerade geht, was Sie beschäftigt und was Sie brauchen. Natürlich müssen Sie nicht darauf warten, dass jemand vorbeikommt, sondern sie können auch gerne selbst das Gespräch suchen! Manchmal sind diese Kontakte vergleichsweise kurz und haben eher oberflächliche Themen zum Inhalt – dann dienen sie dazu, sich gegenseitig kennen zu lernen, auf dem aktuellen Stand zu sein und sich zu vergewissern, dass derzeit alles in Ordnung ist.

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In Gesprächen mit psychosozialen MitarbeiterInnen hat alles Platz, was Sie beschäftigt.

Oft eröffnen die Gesprächsangebote aber einen Raum für alles, was Sie derzeit beschäftigt: für Ängste und Sorgen, für gute oder auch weniger gute Erfahrungen mit dem Verlauf der Therapie und den Menschen in der Klinik, für offene Fragen und manchmal auch für die Auseinandersetzung mit eher „schwierigen“ Gefühlen.

Diese Gespräche können im Patientenzimmer, in der Elternküche oder auch „zwischen Tür und Angel“ stattfinden. Wenn es sich jedoch um besonders persönliche, intensive oder tiefergehende ausführliche Themen handelt, werden die MitarbeiterInnen Sie gerne mit in einen ruhigen Raum nehmen. Manchmal ergeben sich auch Verabredungen für einen Folgetermin. Im Klinikalltag lassen sich Gespräche nicht unbedingt fest planen und finden deshalb eher spontan statt.

Wesentliches Ziel dieser (auch supportive Gespräche genannten) Kontakte ist es, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen den psychosozialen MitarbeiterInnen und Ihnen aufzubauen, Ihre Familie mit ihren individuellen Bedürfnissen besser kennen zu lernen, die Auseinandersetzung mit der Krankheit Ihres Kindes zu fördern und zu unterstützen und konkrete Hilfen anzubieten.