"Dafür bist Du nicht zu klein" - Krebs kennt kein Alter

Jedes Jahr erkranken 2.000 Kinder an Krebs, aber drei von vier Kinder werden heute geheilt<br /><br /> Kompetenznetz demonstriert vier Altersstufen mit "typischen" Krebskrankheiten auf der "Langen Nacht der Wissenschaften 2004"

Erstellt am 29.12.2004, Zuletzt geändert: 29.12.2004 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e7108

[ Berlin , 03.06.2004 ]  Es ist eine der schlimmsten Nachrichten, die Eltern erhalten können, wenn der Arzt bei einem Kind oder einem Jugendlichen eine Krebserkrankung vermutet. Für vieles sind Kinder zu klein, nicht jedoch für Krebs. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 2.000 Kinder und Jugendliche an einer Leukämie, einem Lymphom, einem embryonalen Tumor bzw. einer der weiteren bekannten 15 Krebserkrankungen im Kindesalter. Doch was die wenigsten wissen: Galt die Diagnose Krebs noch vor zwanzig Jahren als fast sicheres Todesurteil, können heute 75 Prozent aller Kinder dauerhaft geheilt werden. Zu verdanken ist dieser Erfolg der Verbesserung der Therapien, hier insbesondere der Chemotherapie, aber auch der besseren Vernetzung der führenden Experten Deutschlands. Im Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (KPOH) haben sich Deutschlands Kinderonkologen und Kinderhämatologen zusammengeschlossen, um ihr Wissen und ihre Forschungsarbeiten zu vernetzen. Mit Erfolg: Die Heilungsraten bei Krebserkrankungen im Kinder- und Jugendalter in Deutschland sind die höchsten in der ganzen Welt.

Auf der „Langen Nacht der Wissenschaften“ am 12. Juni 2004 im Deutschen Rheumaforschungs-Zentrum stellt das Kompetenznetz an vier Beispielen dar, was die „Krankheit hinter der Maske“ für Kinder und Jugendliche bedeuten kann. Der Erfolg einer Behandlung hängt entscheidend von der rechtzeitigen Erkennung und dem schnellen Beginn der richtigen Therapie ab. Über alle Altersstufen hinweg - angefangen beim Neugeborenen über einen Vierjährigen, dann über einen Neunjährigen bis hin zu einem Fünfzehnjährigen - werden die Entwicklungsstufen eines Kindes und die Symptome einer Krebserkrankung sowie deren mögliche Krankheitsverläufe dargestellt. Experten des Netzwerkes stehen während der „Langen Nacht der Wissenschaften“ Rede und Antwort, um über erfolgversprechende Therapien zu informieren. Das Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie richtet sich mit seinem Beitrag zur „Langen Nacht der Wissenschaften“ an Betroffene, aber auch an Interessierte, die sich über den wissenschaftlichen Fortschritt eines relativ jungen Medizinbereiches informieren wollen. Besucher können am Stand des KPOH auch erfahren, wie bösartige Krankheiten entstehen, wie sie erkannt werden und was eine bösartige Körperzelle von einer gutartigen unterscheidet. Jeder der Besucher, ob klein oder groß, kann sich ein eigenes „Bild“ von normalen und Krebszellen machen.
Beantwortet werden auch Fragen nach der Wirkung von Vitaminpillen, die verzweifelten und ratlosen Eltern immer wieder angeboten werden. Da es bislang noch keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis über deren Wirksamkeit gibt – im Gegensatz zur Chemotherapie – raten nicht nur die Experten des Kompetenznetzes hiervon nachdrücklich ab.
Ziel des Kompetenznetzes ist es, das Wissen über die Entstehung und die Therapiemöglichkeiten von Kinderkrebs weiter zu verbessern. Prof. Dr. Günter Henze, Sprecher des Kompetenznetzes zu den Visionen der Experten: „Wir können heute 3 von 4 Kindern heilen. Dies galt vor 20 Jahren als unmöglich. Unser Ziel ist es weiterhin, möglichst 4 von 4 Kindern zu heilen“.
Unter der Adresse www.kinderkrebsinfo.de erhalten Betroffene sowie Ärzte, fachlich Interessierte und Journalisten Informationen zu den Themen Diagnose und Behandlung, Therapiekonzepte, Erkrankungen, Symptome, psychosoziale Betreuung, Nachsorge und Weiterbildung.