FAQs Reha Jugendliche und junge Erwachsene

Autor:  Barbara Grießmeier, Erstellt am 19.09.2022, Zuletzt geändert: 21.11.2022 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e261221

Viele Jugendliche und junge Erwachsene können sich nicht recht vorstellen, was sie bei einer Reha erwartet. Im Folgenden gibt es Antworten auf einige häufig gestellte Fragen:

Eine Rehabilitationseinrichtung heißt zwar „Klinik“, ist aber eher wie eine Ferienanlage aufgebaut. Die medizinischen Bereiche dort sind eher im Hintergrund und für die Jugendlichen nur bei konkreten Anliegen sichtbar. Ein guter Grund für eine Reha ist auf jeden Fall, dass man große Fortschritte erreichen kann und es danach in Schule, Freizeit und Alltag viel leichter und besser wird.

Es ist verständlich, dass Jugendliche so schnell wie möglich wieder den Anschluss an ihre FreundInnen finden und Zeit mit ihnen verbringen wollen. Allerdings ist es im Freundeskreis meist nicht möglich, Anliegen im Zusammenhang mit der Krankheitsverarbeitung zu klären. Die Möglichkeiten der Unterstützung und Stabilisierung, die eine Reha für Jugendliche bietet, lassen sich im normalen Alltag nicht herstellen. Fast immer ist es so, dass man in der Reha ganz schnell sehr enge Freundschaften aufbaut und überrascht ist, wie gut es tut, von anderen verstanden zu werden, die wissen, was man erlebt hat.

Die Sport- und Trainingsangebote in der Rehaklinik sind besonders auf die Bedürfnisse der jungen PatientInnen zugeschnitten; eine entsprechende Unterstützung ist zu Hause meist nicht möglich oder kann nicht so schnelle und intensive Erfolge bringen.

Oft ist es möglich, beispielsweise gemeinsam mit einer/einem anderen schon bekannten Jugendlichen aus der Klinik zur Reha zu fahren. Falls dies nicht klappt, so können Jugendliche sicher sein, dass sie dank der kleinen Gruppe eines Rehadurchgangs schnell Anschluss finden werden.

Für sehr viele Jugendliche ist eine Reha die erste Möglichkeit, für längere Zeit von zu Hause weg zu sein. Dieser Schritt erfordert etwas Mut und die Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen. Trotzdem ist die Reha auch ein geschützter Rahmen, in dem eine erste längere Abwesenheit von zu Hause vielleicht leichter gestaltet werden kann.

Die Entscheidung, ohne Eltern für 4 Wochen in eine Reha zu fahren, fällt vielen Jugendlichen erst einmal nicht leicht. Es kann gut sein, dass dort auch einmal Sehnsucht nach zu Hause aufkommt. Da dieses Thema für die MitarbeiterInnen in der Reha nicht ungewöhnlich ist und sie im Umgang damit viel Erfahrung haben, werden sie das im Blick haben und entsprechende Gesprächsangebote machen.

Grundsätzlich ist eine Reha kein Gefängnis, sondern ein Angebot. Wenn es Jugendlichen dort nicht gefallen sollte, können sie dies mit den MitarbeiterInnen vor Ort jederzeit ansprechen, die dann gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchen werden. Erfahrungsgemäß sind viele Jugendliche zunächst skeptisch und kommen dann ganz begeistert von der Reha zurück.

Oft ist es eine gute Entscheidungshilfe, zunächst mit einer/einem anderen Jugendlichen zu sprechen, die/der die Reha bereits hinter sich hat.

Grundsätzlich sind Besuche von Familienangehörigen möglich; die Abläufe sollten mit der Rehaklinik abgesprochen werden.