Worum man sich außerhalb der Klinik kümmern muss

Autor:  Iris Lein-Köhler, Erstellt am 02.06.2021, Zuletzt geändert: 07.03.2022 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e227130

Auch wenn Sie in der Klinik mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit bei Ihrem Kind sind, gleichzeitig eine große Anzahl an neuen Menschen kennenlernen und sich mit den neuen Abläufen vertraut machen, gibt es doch einige Dinge außerhalb der Klinik, um die Sie sich wahrscheinlich nebenher auch noch kümmern müssen oder wollen. Hier einige mögliche Beispiele:

Versorgung der Geschwister

Wenn Sie noch weitere Kinder haben, beschäftigt Sie vermutlich die Frage, wie diese daheim zurechtkommen können. Meistens sind die Geschwister mit bloßen Erklärungen darüber, was in der Klinik geschieht, nicht ausreichend gut informiert. Wenn dies in Ihrer Klinik erlaubt ist, nutzen Sie die nächste Gelegenheit, den Geschwistern einen Besuch zu ermöglichen, damit sie sich selbst ein Bild machen können. Es ist enorm wichtig, dass sie sich vergewissern können, wie es im Krankenhaus wirklich ist – Fantasien darüber sind oft viel schlimmer als die Realität.

Die Alltagsroutinen der Geschwister sollten weitestgehend aufrechterhalten werden. Klären Sie, wer dabei unterstützen kann (Fahrdienst, Mahlzeiten, Freizeitaktivitäten, Hausaufgaben). Sprechen Sie mit Kindergarten, Schule und TrainerInnen über die Situation und bitten Sie darum, informiert zu werden, wenn es Ihren gesunden Kindern nicht gut geht.

Lassen Sie sich vom Psychosozialen Team über die Möglichkeiten zur Stabilisierung des Geschwisteralltags (Haushalts- oder Nachbarschaftshilfe) beraten.

Unterstützung von draußen

Ihr Kind spürt, wenn Sie unruhig, gestresst und angespannt sind und wird möglicherweise dadurch zusätzlich geängstigt und verunsichert. Überlegen Sie sich bereits im Vorfeld, wer Ihrer Familie zur Seite stehen kann, wie Großeltern, Freunde und Bekannte Sie entlasten könnten. Scheuen Sie sich nicht, in dieser besonderen Situation um Hilfe zu bitten und nehmen Sie die Angebote aus Ihrem sozialen Umfeld an. Treffen Sie möglichst konkrete Abmachungen mit Ihren Helfern. Etwas beitragen zu können, entlastet auch die Menschen, denen Sie und Ihr Kind am Herzen liegen, vom Schreck der unerwarteten Diagnose.

Die Trennung von einem Elternteil, Geschwistern, Großeltern und Freunden macht vielen Kindern im Krankenhaus zu schaffen. Klären Sie mit dem medizinischen Personal, wer zu Besuch kommen darf und besprechen Sie mit Ihrem Kind, wer es besuchen soll. Achten Sie aber auch darauf, dass Ihre Tochter/Ihr Sohn die Ruhe bekommt, die sie/er braucht.

Arbeitssituation klären

Insbesondere am Behandlungsbeginn ist es für die Einverständniserklärungen notwendig und für Ihre Tochter/Ihren Sohn und Sie als Elternpaar hilfreich, wenn Sie die Arztgespräche als Sorgeberechtigte gemeinsam führen und Ihr Kind zu den Untersuchungen und ersten Behandlungen begleiten.

Bis Sie sich in der Klinik zurechtfinden und alles Notwendige geregelt haben, sind Sie möglicherweise kaum in der Lage, sich neben der Sorge um Ihr erkranktes Kind auf Ihre Berufstätigkeit zu konzentrieren und sind deshalb vorübergehend nicht arbeitsfähig. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Hausarzt.

Das Psychosoziale Team wird Sie zu allen Fragen (Mitaufnahme; Gespräch mit dem Arbeitgeber) beraten. In der Regel finden Sie bei Vorgesetzten und Kollegen Verständnis und Unterstützung.

Die Regelungen zur Freistellung von Begleitpersonen unterscheiden sich in den deutschsprachigen Ländern. Näheres dazu finden Sie hier