Neuropsychologische Untersuchungen

Autor:  Dr. med. habil. Gesche Tallen, Maria Yiallouros, Erstellt am 05.04.2018, Zuletzt geändert: 23.04.2020 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e48520

Neuropsychologische Untersuchungen dienen der Abschätzung krankheits- und therapiebedingter kognitiver und neuropsychologischer Ausfälle. Sie werden im Laufe oder nach Abschluss der Behandlung immer dann durchgeführt, wenn sich ein Verdacht auf Leistungs- oder Verhaltensprobleme ergibt. Dazu werden die Kinder und Jugendlichen anhand von altersangepassten Tests im Hinblick auf ihre mentalen, motorischen, sensomotorischen, feinmotorischen und reaktiven Leistungen sowie ihre Aufmerksamkeit untersucht und auch bei der Bewältigung von Aufgaben überprüft.

Nach Möglichkeit erfolgen erste neuropsychologische Untersuchungen bereits vor Therapiebeginn, um Ausgangswerte und somit Vergleichswerte für spätere Untersuchungen zu gewinnen. Dies ist jedoch häufig aufgrund der Notwendigkeit eines raschen Behandlungsbeginns (zum Beispiel bei akut erhöhtem Schädelinnendruck) nicht möglich.

Patienten, die im Rahmen der aktuellen Therapieempfehlungen (I-HIT MED Register) behandelt werden, können an einer Begleitstudie teilnehmen, bei der Art und Ausmaß geistiger, funktioneller und motorischer Beeinträchtigungen in Abhängigkeit von der Erkrankung, der Operation sowie der weiteren Behandlung (Chemotherapie, Strahlentherapie) systematisch erfasst werden.