Hochmaligne Gliome

Hochgradig maligne oder, kurz, hochgradige Gliome sind Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS). In diesem Text erhalten Sie ausführliche Informationen zum Krankheitsbild, zu möglichen Ursachen und Symptomen sowie zu Krankheitsverlauf, Diagnostik, Therapieplanung, Behandlung, Rehabilitation, Nachsorge und Prognose.

Autor:  Maria Yiallouros, Redaktion:  Maria Yiallouros, Freigabe:  Dr. med. Gesche Riabowol (geb. Tallen), Prof. Dr. med. Christof Kramm, Zuletzt geändert: 15.07.2026 https://dx.doi.org/10.1591/poh.patinfo.hg.1.20070625

Hochgradige (das heißt hochgradig bösartige oder hochmaligne) Gliome sind Tumoren des Zentralnervensystems (ZNS). Sie gehören zu den soliden Tumoren und entstehen durch die bösartige Veränderung (Entartung) von Zellen des Gehirns oder Rückenmarks. Da sie direkt vom Zentralnervensystem ausgehen, werden sie auch als primäre Hirn-, Rückenmarks- oder, zusammenfassend, ZNS-Tumoren bezeichnet. Damit werden sie von Absiedelungen (Metastasen) bösartiger Tumoren abgegrenzt, die in einem anderen Organ entstanden sind.

Hochgradige Gliome machen etwa 15 bis 20 % aller ZNS-Tumoren im Kindes- und Jugendalter aus. Sie können in allen Teilen des Zentralnervensystems auftreten, am häufigsten sind sie jedoch im Hirnstamm (Ponsgliome) und in der Großhirnrinde zu finden. Sie wachsen meist sehr schnell und zerstören durch ungehemmtes Wachstum das gesunde Hirngewebe. Ohne Behandlung führt die Erkrankung innerhalb weniger Monate zum Tod.

Die Prognose von Kindern und Jugendlichen mit einem hochgradigen Gliom ist trotz verbesserter Diagnose- und Behandlungsverfahren noch sehr ungünstig. Die Überlebenswahrscheinlichkeit (5-Jahres-Überlebensrate) liegt bei insgesamt etwa 10 bis 19 %, ist jedoch abhängig von der Lage und Art des Tumors und vom Ausmaß der Tumorentfernung: Sie schwankt daher zwischen circa 50 % bei komplett entfernten Tumoren und 0 % bei Patienten, bei denen überhaupt keine Therapie möglich ist [WAG2003] [WOL2010].

Anmerkungen zum Text

Der folgende Informationstext richtet sich an Patienten und deren Angehörige sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Er soll dazu beitragen, diese Erkrankung und die Möglichkeiten ihrer Behandlung zu erklären. Die Informationen ersetzen nicht die erforderlichen klärenden Gespräche mit den behandelnden Ärzten und weiteren Mitarbeitern des Behandlungsteams; sie können aber dabei behilflich sein, diese Gespräche vorzubereiten und besser zu verstehen.

Die in diesem Patiententext enthaltenen Informationen sind vor allem auf der Grundlage der unten angegebenen Literatur sowie unter Berücksichtigung der aktuellen Leitlinien und Therapiepläne zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit hochmalignen Gliomen erstellt worden. Weitere Literaturquellen werden im Text genannt.

Bitte beachten Sie, dass es sich im Folgenden um allgemeine Informationen und Empfehlungen handelt, die – aus der komplexen Situation heraus – nicht notwendigerweise in ihrer Gesamtheit bei jedem Patienten zutreffen. Viele Therapieempfehlungen müssen im Einzelfall und interdisziplinär entschieden werden. Ihr Behandlungsteam wird Sie über die für Sie zutreffenden Maßnahmen informieren.

Die Krebserkrankung eines Kindes ist für die ganze Familie eine belastende Situation. Das Psychosoziale Team der Klinik oder später der Nachsorgeeinrichtung steht Patienten und ihren Angehörigen von der Diagnose bis zum Abschluss der Behandlung sowie während der Nachsorge beratend und unterstützend zur Seite. Zögern Sie nicht, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Es ist fester Bestandteil des Behandlungskonzepts aller kinderonkologischen Zentren im deutschsprachigen Raum. Hier finden Sie umfassende Informationen zum Thema.

Basisliteratur

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  2. Kramm C, Benesch M: Gliome mit hoher Malignität und diffus intrinsische Ponsgliome. in: Niemeyer C, Eggert A (Hrsg.): Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Springer-Verlag GmbH Deutschland, 2. vollständig überarbeitete Auflage 2018, 388 [ISBN: 978-3-662-43685-1] KRA2018
  3. Fleischhack G, Rutkowski S, Pfister SM, Pietsch T, Tippelt S, Warmuth-Metz M, Bison B, van Velthoven-Wurster V, Messing-Jünger M, Kortmann RD, Timmermann B, Slavc I, Witt O, Gnekow A, Hernáiz Driever P, Kramm C, Benesch M, Frühwald MC, Hasselblatt M, Müller HL, Sörensen N, Kordes U, Calaminus G: ZNS-Tumoren. in: Niemeyer C, Eggert A (Hrsg.): Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Springer-Verlag GmbH Deutschland, 2. vollständig überarbeitete Auflage 2018, 359 [ISBN: 978-3-662-43685-1] FLE2018
  4. MacDonald TJ, Aguilera D, Kramm CM: Treatment of high-grade glioma in children and adolescents. Neuro Oncol 2011, [Epub ahead of print] [PMID: 21784756] MAC2011
  5. Kramm C, Rausche U, Butenhoff S, Kühnöl C, Kunze C, Kortmann R, Wolff J, van Gool S: Hochmaligne Gliome im Kindes- und Jugendalter. Monatsschr Kinderheilkd 2008, 156: 1201 [DOI: 10.1007/s00112-008-1799-3] KRA2008a