Nachrichten 2020

Erstellt am 21.02.2022, Zuletzt geändert: 21.02.2022 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e243284

Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen als GKV-Leistung – G-BA beschließt Richtlinie

Berlin, 16. Juli 2020 – Die Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen sowie die dazugehörigen medizinischen Maßnahmen sind künftig unter bestimmten Voraussetzungen Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Grundlage hierfür ist die neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
Als Kryokonservierung wird das Aufbewahren von Keimzellen (Ei- und Samenzellen) durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff bezeichnet. Dadurch bleibt für Krebspatientinnen und -patienten trotz möglicher keimzellschädigender Therapien wie Strahlentherapie oder bestimmten Chemotherapien die Möglichkeit erhalten, ihren Kinderwunsch umzusetzen. Die Kryokonservierung wurde bis dato von den Betroffenen als finanzielle Eigenleistung erbracht und ist nun unter bestimmten Voraussetzungen eine GKV-Leistung. Dieser Erfolg ist unter anderem dem langfristigen Engagement Anja Borgmann-Staudts und Matthias Freunds zu verdanken. Prof. Dr. med. Anja Borgmann-Staudt ist Kinderonkologin an der Charité Berlin, Matthias Freund Vorsitzender des Kuratoriums Deutsche Stiftung für Junge Erwachsene mit Krebs.

GBA-Pressemitteilung zur Kyrokonservierung

Informationen über Fruchtbarkeitserhalt (Fertilitätserhalt)

Für Krebspatientinnen und Krebspatienten:
- Broschüren "Luzie möchte einmal Mutter werden" und "Mischa möchte einmal Vater werden". Beide werden zur Zeit neu aufgelegt.
- Video
Die Broschüren sowie das Video werden voraussichtlich im März 2021 auf kinderkrebsinfo.de eingestellt.

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Prof. Dr. med. Anja Borgmann-Staudt und Greta Sommerhäuser (v.l.n.r.) bei der Überarbeitung der beiden Broschüren. Auf dem Monitor ist hiervon jeweils eine Seite zu sehen.

Spätfolgen für die Fortpflanzungsorgane
Dieser Text bietet Informationen zu Spätfolgen an Organen, die für die Fortpflanzung und somit die Fruchtbarkeit wichtig sind. Behandelt werden, geschlechtsspezifisch, unter anderem Ursachen von Fruchtbarkeitsstörungen nach Krebstherapie im Kindes- und Jugendalter sowie Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung.

Für das medizinische Fachpublikum:
S1-Leitlinie "Beeinträchtigung der Gonadenfunktion nach Chemo- und Strahlentherapie im Kindes- und Jugendalter: Risiken, Diagnostik, Prophylaxe- und Behandlungsmöglichkeiten", federführende Fachgesellschaft ist die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH).

Beeinträchtigung Gonadenfunktion, AWMF-Register-Nr. 025-034

Dietrich Niethammer verstorben

Tübingen, 03.02.2020 Der Kinderonkologe Prof. Dr. med. Dietrich Niethammer ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Er gilt als Pionier der Knochenmarktransplantation bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Bereits 1975 führte er diese Behandlungsmethode bei Kindern mit Aplastischer Anämie durch. Niethammer hat sich neben seinem klinisch-wissenschaftlichen Wirken intensiv mit den ethischen Grundlagen des ärztlichen Handelns beschäftigt.
Von 1986 bis zu seiner Emeritierung 2005 war Niethammer ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeine Pädiatrie, Onkologie und Hämatologie der Kinderklinik und von 1989 bis 2005 außerdem Leiter der Tübinger Kinderklinik.

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Anlässlich der Verleihung des Dietrich-Niethammer-Preises 2011 war der Namensgeber persönlich anwesend (2. v. rechts). v.l.n.r. H. Müller (Preisträger), P. Pfuhlmann (Pierre Fabre), D. Niethammer, T. Klingebiel (damaliger GPOH-Vorsitzender) Foto: Archiv GPOH

Dietrich-Niethammer-Preis für nachhaltige Entwicklungen in der Pädiatrischen Onkologie

Jan-Henning Klusmann erhält Zimmermann-Forschungspreis

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Prof. Dr. med. Jan-Henning Klusmann
Aus Foto: Mara von Kummer

 

Hannover, 27.01.2020 Professor Dr. Jan-Henning Klusmann (Halle) ist mit dem Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis 2019/2020 ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 10.0000 EUR dotiert und wird an junge NachwuchsforscherInnen (bis 40 Jahre) für ihre aktuelle wissenschaftliche Arbeit vergeben. Klusmann, der Mitglied der GPOH e.V. ist, überzeugte das Kuratorium mit seinem herausragenden wissenschaftlichen Werdegang und seinen exzellenten Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der molekularen Mechanismen bei der Entstehung von Leukämien. Dies betrifft insbesondere die Entstehung und Behandlung von Leukämien bei Kindern mit Down-Syndrom. Weitere Informationen:

Medizinische Hochschule Hannover