Psychosoziale Betreuung

Psychosoziale Standards für die Pädiatrische Onkologie

Erstellt am 11.12.2003, Zuletzt geändert: 04.01.2005 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e1709

Psychosoziale Betreuung

Durch die Krebserkrankung, die medizinische Behandlung und ihre Folgen ergeben sich starke Belastungen für die Patienten und ihr psychosoziales Umfeld. Psychosoziale Versorgung heißt Unterstützung von Patient und Familie bei der Krankheitsbewältigung - sie ist deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil des gesamten Therapiekonzeptes. Die psychosoziale Versorgung ist eine interdisziplinäre Aufgabe: Neben medizinischen und pflegerischen zählen auch psychosoziale Berufsgruppen zum Behandlungsteam einer pädiatrisch-onkologischen Einrichtung. Die psychosozialen Dienste sind heute integrierter Bestandteil des onkologischen Behandlungsteams und wurden weitgehend in die Regelversorgung übernommen. Dabei stützen sie die eigenen Ressourcen der Betroffenen zur Bewältigung, Bearbeitung und Verhinderung von Belastungen und Problemen der Familien. Die Unterstützung orientiert sich dabei an den Erfordernissen, Bedingungen und Erwartungen des Einzelnen und seines Umfeldes und beinhaltet im Allgemeinen folgende Angebote:

Diagnostik

  • anamnestische Daten zu Patient und Familie sowie zum soziokulturellen Umfeld (standardisierte oder unstrukturierte Erhebung)
  • Einschätzung der aktuellen Belastungsfaktoren und Ressourcen bezüglich der Krankheitsbewältigung (standardisierte oder unstrukturierte Erhebung)
  • Erstellen eines Unterstützungskonzeptes

Unterstützungsbereiche

  • psychologische Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung ("Coping")
  • Förderung patienten- und familienorientierter Behandlungsstrukturen
  • pädagogische und schulische Betreuung
  • Sozialberatung
  • seelsorgerische Begleitung
  • Präventiv- und Supportivmaßnahmen
  • Krisenintervention
  • Rehabilitation und Reintegration
  • ambulante Nachsorge

Dokumentation und Informationstransfer

  • Verlaufsdokumentation
  • interdisziplinäre Teambesprechungen
  • externe Supervision
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Erfahrungsaustausch zwischen verschiedenen Kliniken und Fachgremien