Nervenzellen (Neuronen)

Autor:  PD Dr. med. Gesche Tallen, Erstellt am 03.05.2015, Redaktion:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 15.06.2015 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e28032

Nervenzellen sind hauptsächlich für die Nachrichtenübertragung zuständig.

Nervenzellen im reifen Zustand können sich nicht mehr teilen beziehungsweise vermehren. Das bedeutet, dass ab einem bestimmten Lebensalter kein Ersatz von alten, geschädigten oder zerstörten Zellen mehr möglich ist.

Aus diesem Grund ist es in der Kinderkrebsheilkunde so entscheidend, ob und in welchen Fällen beispielsweise mit einer Bestrahlung eines ZNS-Tumors begonnen wird. Ebenso sorgfältig muss die Entscheidung hinsichtlich der Strahlendosis gewählt werden, denn neben den Tumorzellen kann die Bestrahlung auch gesunde Nervenzellen schädigen.

Eine Nervenzelle besteht aus:

  • Zellkörper (Perikaryon), der den Zellkern und damit das Erbgut der Zelle enthält,
  • Fortsätzen, die Erregungen empfangen (Dendriten),
  • Hauptfortsatz (Neurit oder Axon), der die Erregung zu einer Umschaltstelle (Synapse) weiterleitet; dort wird die Erregung entweder auf die nachgeschaltete (Nerven- oder Muskel-) Zelle weitergeleitet oder die Erregungsleitung wird gehemmt.

Mit ihren Fortsätzen und den Synapsen bilden die Nervenzellen ein Netzwerk, durch das wichtige Signale weitergegeben und unwichtige Signale unterdrückt werden.

Sowohl die Überleitung als auch die Hemmung von Erregungsausbreitungen an den Synapsen erfolgen beim Menschen jeweils durch chemische Substanzen (Neurotransmitter). Zu diesen gehören unter anderem Acetylcholin und die Katecholamine (Dopamin; Noradrenalin).

So übertragen zum Beispiel die Nervenzellen, die zum Sympathicus des vegetativen Nervensystems gehören, ihre Impulse innerhalb des Rückenmarks mittels Acetylcholin (cholinerge Nervenzellen), im Bereich der peripheren Nerven hingegen mittels Noradrenalin (adrenerge Nervenzellen).

Aufbau, Abbau und Speicherung der Neurotransmitter können durch Medikamente und auch durch bestimmte Tumoren beeinflusst werden, so dass entweder ein Überschuss oder ein Mangel von Transmittern erzeugt wird. Dies wiederum kann zu Veränderungen von Körperfunktionen (wie Muskelbewegungen, Gefühlen, Kreislauf) führen.