Zweitkrebserkrankungen nach einer Krebskrankheit im Kindes- oder Jugendalter

Zweitkrebserkrankungen (auch Sekundärmalignome oder sekundäre maligne Neoplasien, kurz SMN genannt) sind bösartige Neubildungen, die nach einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter auftreten können.

Autor:  Dr. med. habil. Gesche Tallen, erstellt am 25.01.2016, Redaktion:  Julia Dobke, Freigabe:  Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert:  24.11.2021

Der Begriff Zweitkrebserkrankung (sekundäre maligne Neoplasie, SMN, Sekundärmalignom) umfasst eine Gruppe von bösartigen Neubildungen, die mindestens zwei Monate, aber auch noch Jahrzehnte nach Beendigung einer Krebsbehandlung (Chemotherapie, Strahlentherapie, hämatopoetische Stammzelltransplantation) im Kindes- oder Jugendalter entstehen können. Es gibt viele Arten von Sekundärmalignomen. Dabei handelt es sich grundsätzlich um andere Krebsarten als bei der Ersterkrankung.

Zahlreiche Faktoren beeinflussen das Risiko und die Art einer Zweitkrebserkrankung. Dazu zählen zum Beispiel die durchgeführte Krebsbehandlung, der Zeitraum, der seit dem Therapieende verstrichen ist, oder auch persönliche, zum Beispiel genetische Voraussetzungen (siehe Kapitel "Ursachen").

Wichtig zu wissen: Überlebende einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter, die mit einer Chemo- und/oder Strahlentherapie und/oder einer Stammzelltransplantation behandelt wurden, können später an einem zweiten, anderen Krebsleiden erkranken (sekundäre maligne Neoplasie, SMN). De empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen sind deshalb unverzichtbar, damit eine Zweitkrebserkrankung rechtzeitig erkannt und eine Behandlung so früh wie möglich begonnen werden kann.

Basisliteratur

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  2. Scholz-Kreisel P, Kaatsch P, Spix C, Schmidberger H, Marron M, Grabow D, Becker C, Blettner M: Second Malignancies Following Childhood Cancer Treatment in Germany From 1980 to 2014. Deutsches Arzteblatt international 2018 Jun 8; 115: 385 [PMID: 29960606] SCH2018d
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