Welche Arten von Zweitkrebserkrankungen gibt es?

Autor:  Dr. med. habil. Gesche Tallen, erstellt am 25.01.2016, Zuletzt geändert:  25.01.2019

Es gibt viele verschiedene Arten von Zweitkrebserkrankungen. Das liegt daran, dass sowohl eine Chemotherapie mit Zytostatika, als auch eine Strahlentherapie oder eine Stammzelltransplantation neben den Krebszellen auch zahlreiche gesunde Zellen im Organismus des Patienten schädigen. In diesen Zellen können sich dadurch bösartige Veränderungen ergeben, die später zu einer neuen Krebserkrankung führen können (siehe Kapitel „Ursachen“). Je nachdem, welcher Zell- beziehungsweise Gewebetyp von diesen Schädigungen betroffen ist (Blutzellen, Nervenzellen, Brustgewebe, Haut oder andere), können später unterschiedliche Arten von Zweitkrebserkrankungen entstehen.

Zu den häufigsten Zweitkrebserkrankungen nach einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter zählen unterschiedliche Formen des Blutkrebses, vor allem die akute myeloische Leukämie und das myelodysplastische Syndrom [siehe myelodysplastisches Syndrom, MDS]. Die Entstehung von Zweit-AML oder -MDS wird besonders nach Chemotherapien mit Alkylantien, Asparaginase und Platinsubstanzen beobachtet (siehe auch Zytostatikasubstanzgruppen).

Zweitkrebserkrankungen können jedoch auch solide Tumoren sein. Hierzu gehören insbesondere Karzinome, zum Beispiel das Brustkarzinom (Mammakarzinom) oder das Schilddrüsenkarzinom, sowie verschiedene Formen von Hautkrebs und Tumoren des Zentralnervensystems wie beispielsweise Gliome oder Meningiome. Solide Zweittumoren treten im Allgemeinen häufiger nach einer Strahlentherapie als nach einer Chemotherapie auf (siehe Kapitel „Ursachen – Vorbehandlung“).