Welche aktuellen Therapieoptimierungsstudien gibt es für hochmaligne Gliome und Ponsgliome?

Autor:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 03.03.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e123019

Derzeit steht in Deutschland für Kinder und Jugendliche mit einem hochgradig malignen Gliom keine Therapiestudie zur Verfügung. Die Studie HIT-HGG 2013 wurde Ende 2023, die Studie HIT-HGG REZ Immmunovac im August 2024 für die Patientenaufnahme geschlossen. Seit Anfang 2023 besteht allerdings für alle Patienten mit einem hochmalignen Gliom die Möglichkeit, sich in das internationale Register iHIT-HGG aufnehmen zu lassen. Die Studien-/Registerzentrale bietet für alle Patienten Therapieempfehlungen an, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Welcher Therapieplan für den jeweiligen Patienten in Frage kommt, hängt unter anderem von seinem Alter zum Zeitpunkt der Diagnose und von der Art seiner Erkrankung (Tumortyp) ab.

Im Folgenden werden die (bis vor kurzem) verfügbaren Studien, Register und Therapieempfehlungen kurz vorgestellt.

iHIT-HGG-Register

Seit Anfang 2023 ist das internationale Register der HIT-HGG Studiengruppe für Patienten mit einem hochgradigen Gliom eröffnet. Alle seither neu (oder kurz vor Registeröffnung) erkrankten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (Alter: unter 24 Jahre) können daran teilnehmen, unabhängig davon, ob sie im Rahmen einer Studie behandelt werden oder nicht. Beteiligt sind pädiatrisch-onkologische Behandlungseinrichtungen der GPOH in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch die Teilnahme anderer onkologischer Zentren ist willkommen. Die Register-/Studienzentrale befindet sich an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen unter der Leitung von Prof. Dr. med. Christof Kramm.

Therapieempfehlungen gemäß HIT-SKK-Protokoll für Kinder unter 3 Jahren

Für sehr junge Kinder und Säuglinge, also Patienten, die zum Zeitpunkt der Diagnosestellung unter drei Jahre alt sind (das kommt nur selten vor), werden derzeit nach den Empfehlungen des Säuglingsprotokolls HIT-SKK-Chemotherapie (S - Säuglinge, KK - Kleinkinder; Chemotherapie ohne Bestrahlung) behandelt. Auch Patienten, die im Register gemeldet sind, erhalten in der Regel eine Therapie gemäß den Empfehlungen des HIT-SKK-Protokolls. Die Betreuung obliegt der HIT-HGG-Studienleitung in Göttingen (Studienleiter: Prof. Dr. med. Christof Kramm).

HIT-HGG 2013: Therapieoptimierungsstudie für Patienten ab 3 Jahren

Zur Information vorab: Die Patientenaufnahme in die Studie HIT-HGG 2013 ist seit 30.11.2023 beendet, die Nachbeobachtung seit Mitte 2025 abgeschlossen. Derzeit werden die Studienergebnisse ausgewertet.

Von Juli 2018 bis Ende November 2023 konnten Kinder und Jugendliche, die im Alter von 3 bis 17 Jahren erstmalig an einem hochgradigen Gliom, Ponsgliom oder einer Gliomatosis cerebri erkrankten, in die Studie HIT-HGG 2013 aufgenommen werden. (Der Name HIT-HGG ist eine Abkürzung von "hochgradige Gliome bei Patienten im Kindes- und Jugendalter".) Die klinische Phase III-Studie trägt den englischen Titel „International cooperative Phase III trial of the HIT-HGG study group for the treatment of high grade glioma, diffuse intrinsic pontine glioma, and gliomatosis cerebri in children and adolescents ˂18 years“.

Die HIT-HGG 2013 war die Nachfolgestudie der langjährigen HIT-HGG 2007-Studie, die Ende 2016 für die Patientenaufnahme geschlossen wurde und derzeit ausgewertet wird. An der neuen Studie waren zahlreiche Kinderkliniken und Behandlungseinrichtungen in ganz Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz beteiligt. Man spricht daher auch von einer "kooperativen multizentrischen" Studie. Die deutsche Studienzentrale befindet sich an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen unter der Leitung von Prof. Dr. med. Christof Kramm.

Informationen zu Zielen und Behandlungsablauf der Studie HIT-HGG 2013 sowie auch der Vorläuferstudie HIT-HGG 2007 (Laufzeit 2009 bis 2016) erhalten Sie in den nachfolgenden Kapiteln.

Studie HIT-HGG REZ Immunovac

Zur Information vorab: Die Studie ist seit 01.08.2024 für die Aufnahme neuer Patienten geschlossen. Aktuell erfolgt die Auswertung der Studienergebnisse.

Von Februar 2018 bis Ende Juli 2024 bestand für Patienten mit Rückfall eines hochmalignen Glioms die Möglichkeit, an der klinischen Studie HIT-HGG REZ Immunovac teilzunehmen. Im Rahmen der Studie wurde geprüft, ob der Einsatz eines Impfstoffs nach erneuter Operation das Überleben der Patienten verbessern kann (Immuntherapie). Die Studie war nur an einem Zentrum in Deutschland geöffnet (Universitätskinderklinik Würzburg); sie steht unter der Leitung von Prof. Dr. med. Matthias Eyrich (Universitätsklinik Würzburg, Kontakt: eyrich_m@ukw.de). Ab Juli 2020 wurde die Impfung mit einer zusätzlichen Gabe von so genannten Checkpoint-Inhibitoren kombiniert, um die Wirkung dieser Immuntherapie noch zu steigern. Weitere Informationen zur Therapie erhalten Sie im Kapitel „Krankheitsrückfall, Behandlung“.