Ursachen: Wie entsteht ein hochmalignes Gliom?

Autor:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 02.03.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e25412

Die Ursachen für die Entstehung eines hochmalignen Glioms sind weitgehend unbekannt. Zwar weiß man, dass die Krankheit durch die bösartige Veränderung (Entartung) von Gliazellen entsteht und dass die Entartung mit Veränderungen im Erbgut der Zelle einhergeht. In den meisten Fällen bleibt jedoch unklar, warum genetische Veränderungen auftreten und warum sie bei manchen Kindern zur Erkrankung führen, bei anderen nicht.

Vermutlich müssen verschiedene Faktoren zusammenwirken, bevor ein hochmalignes Gliom entsteht.

Bekannt ist, dass Kinder und Jugendliche mit bestimmten angeborenen Fehlbildungskrankheiten (zum Beispiel einem Li-Fraumeni-Syndrom, Turcot-Syndrom oder einer Neurofibromatose vom Recklinghausen-Typ 1 (NF 1)) ein erhöhtes Risiko haben, an einem hochgradig malignen Gliom zu erkranken [KRA2018] [KUE2006] [RIP2017]. Aufgrund der Veranlagung für Tumoren werden solche genetisch bedingten Krankheitsbilder auch als Krebsprädispositionssyndrome bezeichnet.

Darüber hinaus werden in den Gliomzellen häufig bestimmte Gen- und/oder Chromosomenveränderungen beobachtet. Daraus resultierende Störungen der weiteren Zellentwicklung und Zellkommunikation können ursächlich daran beteiligt sein, dass aus einer gesunden Zelle eine Gliomzelle wird [BRO2004] [KAR2018] [MAC2011]. Generell werden solche im Tumorgewebe nachweisbaren Genveränderungen nicht vererbt und entstehen nach aktueller wissenschaftlicher Lehrmeinung höchstwahrscheinlich schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Entwicklung.

In sehr seltenen Fällen können sich hochmaligne Gliome auch aus geringgradig bösartigen Gliomen entwickeln. Bei Erwachsenen tritt diese zunehmende Bösartigkeit, das heißt der Übergang von geringgradig zu hochgradig bösartigen Gliomen, häufiger auf. Generell scheint die Entstehung hochmaligner Gliome bei Kindern und Jugendlichen auf anderen Mechanismen zu beruhen als bei Erwachsenen [BRO2004] [RIC2001]. Diese müssen aber noch weitgehend identifiziert werden.

Auch durch eine Bestrahlungsbehandlung des Schädels im Kindesalter, zum Beispiel bei einer akuten Leukämie oder einem bösartigen Augentumor wie dem Retinoblastom, nimmt das Risiko für einen späteren Hirntumor bereits bei geringen Strahlendosen merklich zu. Seltener kann eine Chemotherapie ebenfalls das Hirntumorrisiko erhöhen [REL1999]. Hochgradig maligne Gliome gehören zu den typischen Zweitkrebserkrankungen, zum Beispiel nach Leukämie. Allerdings lässt sich in solchen Fällen nicht sicher unterscheiden, ob die Erkrankung auf eine genetisch bedingte Veranlagung oder auf die Leukämiebehandlung zurückzuführen ist.

Festzuhalten bleibt jedoch, dass bei den meisten Patienten keine krankheitsbegünstigenden Faktoren bekannt sind.