Krankheitsbild: Was ist ein Neuroblastom?

Autor:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 14.10.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e101797

Neuroblastome sind bösartige solide‎ Tumor‎en, die aus entarteten unreifen Zelle‎n des sympathischen Nervensystems entstehen. Das sympathische Nervensystem [siehe sympathisches Nervensystem‎] ist Teil des autonomen (oder vegetativen) Nervensystems [siehe autonomes Nervensystem‎ (siehe auch Kapitel „Autonomes Nervensystem: Aufbau und Funktion“).

Neuroblastome können überall dort auftreten, wo sich sympathisches Nervengewebe befindet. Am häufigsten entstehen sie im Nebennierenmark‎ (circa 50 % der Fälle) und im Bereich der Nervengeflechte beidseits der Wirbelsäule, im sogenannten Grenzstrang‎.

Ist der Grenzstrang betroffen, können Neuroblastome auf jeder Höhe entlang der Wirbelsäule vorkommen: im Bauch-, Becken-, Brust- und Halsbereich. In der Mehrzahl der Fälle (zu etwa 75 %) befindet sich der Tumor im Bauchraum, davon zu über 50 % in den Nebennieren. Etwa ein Fünftel der Tumoren findet sich im Brust- und Halsbereich.

Manche Neuroblastome sind auf den Ursprungsort begrenzt, andere streuen in nahe gelegene Lymphknoten‎. Bei etwa der Hälfte der Patienten findet man zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Absiedlungen der bösartigen Zellen (Metastase‎n) in anderen Organen. Am häufigsten sind das Knochenmark‎ (mit circa 86 %), die Knochen (62 %), entfernte Lymphknoten (19 %) oder die Leber betroffen (19 %), seltener das Gehirn‎ (9 %), die Haut (2 %) oder die Lunge (1 %). Bei 1 % der Patienten kann kein Primärtumor entdeckt werden. Eine Besonderheit biologisch günstiger Neuroblastome ist, dass sie sich spontan zurückbilden können (siehe Kapitel „Krankheitsverläufe“) [EGG2018a‎] [SIM2019‎].