Erstdiagnose: Wie wird ein Hodgkin-Lymphom festgestellt?
Autor: Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 09.08.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e63504
Findet der (Kinder-)Arzt durch Krankheitsgeschichte (Anamnese) und körperliche Untersuchung, möglicherweise auch durch eine Blut-, Ultraschall- und/oder Röntgenuntersuchung Hinweise auf ein Hodgkin-Lymphom, wird er den Patienten in ein Krankenhaus überweisen, das auf Krebs- und Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert ist (Klinik für pädiatrische Onkologie/Hämatologie). Denn bei Verdacht auf diese Erkrankung sind umfangreiche Untersuchungen notwendig, zunächst um die Diagnose zu sichern, dann aber auch um festzustellen, um welche Form des Hodgkin-Lymphoms es sich handelt und wie weit sich die Erkrankung im Körper ausgebreitet hat (so genannte „Staging“-Untersuchungen).
Gewebeentnahme
Die Diagnosestellung erfolgt in erster Linie durch die Entnahme und Untersuchung eines befallenen Lymphknotens oder eines anderen befallenen Gewebes (Biopsie). Die Untersuchung der Gewebeproben erlaubt eine genaue Aussage darüber, ob und, wenn ja, an welcher Form des Hodgkin-Lymphoms der Patient erkrankt ist. Die Kenntnis des Hodgkin-Typs ist für die Behandlungsplanung von vorrangiger Bedeutung.
Untersuchungen zur Ausbreitung der Erkrankung
Liegt tatsächlich ein Hodgkin-Lymphom vor, so ist es für die Behandlungsplanung wichtig zu wissen, wie weit sich die Erkrankung im Körper ausgebreitet hat und welche Organe betroffen sind. Auskunft darüber geben verschiedene bildgebende Verfahren wie die Ultraschall- und Röntgenuntersuchung, die Magnetresonanztomographie (MRT), die Computertomographie (CT) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Die Ganzkörper-PET erfolgt standardmäßig immer in Kombination mit einer CT (kurz: PET-CT) und/oder einer MRT (kurz: PET-MRT). Aufgrund der geringeren Strahlenbelastung wird bevorzugt die MRT eingesetzt, für die Untersuchung der Lunge und/oder eine rasche Beurteilung des Krankheitsstadiums ist jedoch eine CT unabdingbar.
Die Ultraschalluntersuchung von Leber und Milz ist ebenfalls eine Standarduntersuchung und kann in der Kombination mit PET und den anderen Schnittbildverfahren (CT und MRT) für das „Staging“ (Ausbreitungsdiagnostik) sehr hilfreich sein. Auf die bis vor einiger Zeit in fortgeschrittenen Krankheitsstadien erforderliche Knochenmarkstanzbiopsie kann inzwischen verzichtet werden, da die PET-Untersuchung auch einen möglichen Befall des Knochenmarks erfasst [KLU2011a] [PUR2011].
Untersuchungen vor Therapiebeginn
Behandlungsvorbereitend erfolgt ferner eine Überprüfung der Herzfunktion (Elektrokardiographie (EKG) und Echokardiographie). Umfangreiche Laboruntersuchungen dienen dazu, den Allgemeinzustand des Patienten zu überprüfen und festzustellen, ob durch das Hodgkin-Lymphom die Funktionen einzelner Organe (zum Beispiel Nieren und Leber) beeinträchtigt sind oder Stoffwechselstörungen vorliegen, die vor oder während der Behandlung besonders berücksichtigt werden müssen. Veränderungen, die möglicherweise im Laufe der Therapie auftreten, können aufgrund solcher Ausgangsbefunde besser beurteilt werden. Im Hinblick auf eventuell notwendig werdende Bluttransfusionen muss eine Bestimmung der Blutgruppe erfolgen.
Gut zu wissen: Nicht alle Untersuchungen sind bei jedem Patienten notwendig. Ihr Behandlungsteam wird Sie darüber informieren, welche diagnostischen Verfahren bei Ihnen beziehungsweise Ihrem Kind zur Therapieplanung erforderlich sind.
Wie die Untersuchungen im Einzelnen ablaufen und welche Bedeutung ihnen bei der Diagnose eines Hodgkin-Lymphoms zukommt, erfahren Sie im Anschluss.


