Bildgebende Verfahren

Autor:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 09.08.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e63522

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Zu den diagnostischen Untersuchungen gehört immer eine Ultraschall‎untersuchung (Sonographie). Mit ihrer Hilfe kann der Arzt feststellen, ob Lymphknoten‎, zum Beispiel in der Hals-, Schlüsselbein-, Achsel- oder Leistenregion, betroffen sind. Auch tiefer gelegene Lymphknoten, beispielsweise im vorderen Brustraum und im Bauchraum, sowie andere innere Organe können mittels Sonographie auf einen möglichen Befall hin beurteilt werden. Die Ultraschalluntersuchung von Leber und Milz ist eine Standarduntersuchung und kann in der Kombination mit PET und den anderen Schnittbildverfahren (CT und MRT) für das „Staging“ (Ausbreitungsdiagnostik) sehr hilfreich sein.

Die Ultraschalluntersuchung ist schmerzfrei und kann beliebig oft wiederholt werden, da sie die Patienten keiner schädlichen Strahlenbelastung‎ aussetzt. Allgemeine Informationen zur Ultraschalluntersuchung erhalten Sie hier.

Röntgenuntersuchung

Die Röntgenuntersuchung‎ des Brustkorbs (Thorax) spielt vor allem zu Beginn der diagnostischen Untersuchungen eine wichtige Rolle, das heißt, noch bevor die Diagnose „Hodgkin-Lymphom“ feststeht. Mit ihrer Hilfe können Lymphknotenschwellungen festgestellt und eine vorläufige Verdachtsdiagnose gestellt werden. Auch eine möglicherweise vorliegende Infektion‎ der Lunge oder der Atemwege lässt sich mit Hilfe der Röntgenaufnahmen nachweisen. Erhärtet sich anhand der Gewebeentnahme die Diagnose, müssen Lymphknoten- und Lungenbefall im Rahmen der aktuellen Therapieempfehlungen immer durch eine zusätzliche Computertomographie nachgewiesen oder ausgeschlossen werden (siehe Folgeabschnitt).

Allgemeine Informationen zur Röntgenuntersuchung erhalten Sie hier.

Computertomographie (CT)

Die Computertomographie‎ (CT) ist ein spezielles Röntgenverfahren, mit dem der Körper (mit Hilfe von Röntgenstrahlen‎) Schicht für Schicht durchleuchtet werden kann. Dadurch ist eine sehr detailgenaue Abbildung der untersuchten Körperregionen und der dort befindlichen Organe und Strukturen möglich.

Bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom ist die CT hilfreich, um genauere Informationen über die Ausbreitung der Krebserkrankung zu erhalten. Vergrößerte Lymphknoten‎ und befallene Organe, insbesondere die Lunge, können sichtbar gemacht und genau vermessen werden. Im Rahmen der Erstdiagnostik wird daher bei allen Patienten grundsätzlich eine CT der Lunge durchgeführt, um einen möglichen Befall des Organs auszuschließen.

Darüber hinaus ist die CT auch für die rasche Beurteilung des Krankheitsstadiums unentbehrlich. Sie kann daher zudem zur Untersuchung von Hals, Abdomen und gesamtem Brustkorb herangezogen werden. Wenn sich anhand der CT, die standardmäßig mit einer Positronen-Emissions-Tomographie‎ (CT-PET) kombiniert wird, ein Befall der Knochen zeigt, werden auch die Beine untersucht. In aller Regel ist ein Knochenbefall mit der CT-PET gut sichtbar, so dass heutzutage auf eine ergänzende Skelett-Szintigraphie‎ verzichtet werden kann.

Die Computertomographie dauert nicht lange, so dass sie selbst bei Säuglingen und Kleinkindern oft ohne Sedierung‎ oder Narkose‎ erfolgen kann. Allgemeine Informationen zur Computertomographie finden Sie hier.

Gut zu wissen: Die genaue Vermessung befallener Lymphknoten ist, insbesondere bei frühen Krankheitsstadien, sehr wichtig für die Therapieplanung, da ein Tumorvolumen von mehr als 200 ml in einer zusammenhängenden Lymphknotenkette [„bulky disease“] als Risikofaktor gilt und bei Behandlung berücksichtigt werden muss (siehe Kapitel „Therapieplanung - Krankheitsstadien“).

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie‎ (MRT) oder Kernspintomographie wird, wie die Computertomographie (CT), zur Beurteilung des Krankheitsstadiums und zur Planung der Therapie eingesetzt. Die Ausdehnung eines Lymphoms und seine Beziehung zu benachbarten Strukturen können detailgenau dargestellt und vermessen werden (siehe Anmerkung zur Bedeutung der genauen Vermessung im Abschnitt zur Computertomographie oben).

Die MRT wird zur Untersuchung von Lymphknoten und anderen befallenen Organen in Bauch- und Beckenraum (Abdomen) und zunehmend auch an Stelle der Computertomographie für Untersuchungen im Brust- und Halsbereich eingesetzt. (Zur Untersuchung der Lunge ist jedoch nach wie vor eine CT unentbehrlich.) Die MRT spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Überprüfung des Krankheitsverlaufs. Wie die CT wird auch die MRT mit der Positronen-Emissions-Tomographie‎ kombiniert (MRT-PET).

Die Magnetresonanztomographie arbeitet mit Magnetfeldern. Sie verursacht keine Strahlenbelastung‎, dauert jedoch relativ lange und ist mit langem Stillliegen in einem relativ engen Untersuchungsgerät verbunden, das zudem Geräusche macht. Entsprechend mögen die meisten Kinder die MRT nicht. Daher ist oft eine Ruhigstellung durch Sedierung oder Narkose notwendig oder zweckmäßig. In den meisten großen Behandlungszentren sind mittlerweile jedoch kindgerechte Untersuchungsräume und -geräte etabliert, so dass eine MRT-Untersuchung heutzutage für Kinder weniger belastend ist. Allgemeine Informationen zur Magnetresonanztomographie finden Sie hier.

Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Die Positronen-Emissions-Tomographie‎ (PET) ist ein nuklearmedizinisches Verfahren [Nuklearmedizin‎], das zur Darstellung von Tumoren und Metastase‎n genutzt werden kann. Bei Kindern und Jugendlichen mit einem Hodgkin-Lymphom wird die Ganzkörper-PET inzwischen standardmäßig immer in Kombination mit einer Computertomographie (PET-CT) und/oder Magnetresonanztomographie (PET-MRT) eingesetzt, um eine bessere Beurteilung der Krankheitsausbreitung und des Krankheitsverlaufs zu ermöglichen [KOE2003‎].

Der Vorteil der PET gegenüber anderen bildgebenden Verfahren ist, dass sie die Stoffwechselaktivität des Gewebes erfasst und somit ausschließlich lebendes Tumorgewebe im Körper sichtbar macht. Dadurch lässt sich beispielsweise nach einer Behandlung (zum Beispiel im Anschluss an die ersten beiden Chemotherapie‎zyklen) feststellen, ob ein bei der Magnetresonanztomographie oder Computertomographie erkennbarer Resttumor noch lebende Tumorzellen enthält oder ob es sich dabei nur um totes Restgewebe handelt. Invasive Verfahren (zum Beispiel die Spiegelung von Bauch- oder Brustraum), die früher bei manchen Patienten notwendig waren, um die Therapie planen oder den Behandlungserfolg beurteilen zu können, können auf diese Weise vollständig vermieden werden.

Studienergebnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass mit Hilfe der PET auch ein Befall der Knochen beziehungsweise des Knochenmarks meist sehr spezifisch und genau diagnostiziert werden kann [KLU2011a‎] [PUR2011‎]. Im Rahmen der Therapieoptimierungsstudie EuroNet-PHL-C2 wurde aus diesem Grund erstmalig das bis dahin gängige Verfahren zum Nachweis oder Ausschluss eines Knochenmarkbefalls – die Knochenmarkstanzbiopsie‎ – vollständig durch die PET ersetzt. Dies gilt inzwischen als Standard. Bei Verdacht auf Knochenbefall kann in Einzelfällen noch eine Skelett-Szintigraphie‎ erforderlich sein, sofern PET-CT oder, häufiger, PET-MRT für eine sichere Diagnose nicht ausreichen (siehe dazu auch Abschnitt zur Skelett-Szintigraphie unten).

Gut zu wissen: PET/MRT und/oder PET/CT sind sowohl wesentlich zur Bestimmung des Stadiums eines Hodgkin-Lymphoms als auch im weiteren Verlauf zur Überprüfung des Ansprechens der Erkrankung auf die Behandlung (siehe auch Kapitel „Therapieplanung“). Durch die Einführung der PET als Standardverfahren zur Diagnostik und vor allem zur Beurteilung des Therapieansprechens lassen sich die Therapie noch gezielter planen und auf diese Weise auch therapiebedingte Nebenwirkungen und Spätfolgen reduzieren.

Allgemeine Informationen zur Positronen-Emissions-Tomographie finden Sie hier.

Skelett-Szintigraphie (Knochenszintigraphie)

Die Skelettszintigraphie wurde bisher bei Verdacht auf Befall der Knochen beziehungsweise generell bei weiter fortgeschrittener Erkrankung ergänzend zur Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) eingesetzt.

Inzwischen kann aufgrund der Verknüpfung dieser bildgebenden Verfahren mit der Positronen-Emissions-Tomographie in aller Regel auf die Skelett-Szintigraphie verzichtet werden (siehe oben). Dies gilt vor allem für die PET-CT. Bei der PET-MRT hingegen kann nicht sicher zwischen Knochen- und Knochenmarkbefall unterschieden werden, was jedoch für die Therapieplanung wichtig ist (Knochenbefall muss bestrahlt werden, Knochenmarkbefall nicht). Daher kann in diesem Fall ergänzend eine Skelettszintigraphie als ganzkörperliche Untersuchung notwendig sein.

Bei der Untersuchung werden geringe Mengen einer radioaktiv‎en Substanz in die Blutbahn gespritzt, die sich besonders in erkranktem Knochen anreichert. Eine Kamera, die die radioaktive Strahlung‎ registriert, ortet verdächtige Bereiche. Die radioaktive Strahlung klingt sehr rasch ab. Allgemeine Informationen zu nuklearmedizinischen Verfahren wie der Skelett-Szintigraphie finden Sie hier.