Was ist ein solider Tumor?

Autor:  Dr. med. habil. Gesche Tallen, erstellt am 11.12.2003, Redaktion:  Maria Yiallouros, Freigabe:  Prof. Dr. med. Dr. h. c. Günter Henze, Zuletzt geändert:  04.06.2020

Das Wort Tumor stammt aus der lateinischen Sprache und bedeutet nichts anderes als Schwellung oder Geschwulst. Damit ist noch gar nichts über seine Eigenschaften gesagt. Es ist einfach die Beschreibung für eine feste (solide), örtlich umschriebene Zunahme von körpereigenem, reifem (differenziertem) oder unreifem (primitivem; undifferenziertem) Gewebe. Dieses Gewebe kann manchmal so unausgereift (embryonal) sein wie das Körpergewebe eines ungeborenen Kindes.

In der medizinischen Fachsprache kennzeichnet man einen Tumor mit der Endung "-om", während der erste, meist lateinische Teil des Wortes auf das Gewebe hinweist, das die Schwellung verursacht. So bedeutet beispielsweise "Lipom" ist eine "Schwellung aus Fettgewebe"; ein "Osteom" ist ein Knochentumor.

Solide Tumoren können gutartig oder bösartig sein.

Gutartige (benigne) solide Tumoren sind kein Krebs! Sie wachsen langsam und örtlich begrenzt und sie sind meist vom benachbarten Gewebe abgekapselt. Sie bilden keine Tochtergeschwülste (Metastasen). Gutartige Tumoren können sich manchmal von selbst zurückbilden oder einen Wachstumsstillstand zeigen; sie können aber auch Vorstufen von bösartigen Tumoren sein.

Bösartige (maligne) solide Tumoren gehören zu den Krebserkrankungen. Ein bösartiger Tumor wird am Ort seines Entstehens als Primärtumor bezeichnet. Eventuelle Absiedelungen dieses Tumors an anderen Stellen im Körper bezeichnet man als Metastasen.

Die Art und die Eigenschaften eines soliden Tumors beziehungsweise einer Krebserkrankung müssen für die Festlegung der Behandlungsstrategie genau bestimmt (klassifiziert) werden. Dafür sind, abhängig von der Erkrankungsart, jeweils ganz bestimmte Untersuchungen notwendig.