Zielgerichtete Therapieoptionen

Autor:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 27.08.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e290950

Für Patienten mit bestimmten Chromosomenveränderungen in den Leukämiezellen (Philadelphia-Chromosom-positive ALL und ABL-Class-fusionspositive B-ALL) wird, ergänzend zur Chemotherapie, die kontinuierliche Gabe eines sogenannten Tyrosinkinasehemmers (zum Beispiel Imatinib) empfohlen. Dieser blockiert (inhibiert) das durch die Chromosomenveränderung fehlerhafte Eiweiß, welches für das unkontrollierte Wachstum der Leukämiezellen verantwortlich ist. Die Zellteilung wird gehemmt, die bösartigen Zellen sterben ab (Apoptose).

Für bestimmte Patientengruppen kann, zusätzlich zur Chemotherapie, eine antikörperbasierte Therapie in Frage kommen, zum Beispiel mit Blinatumomab, einem (gentechnisch hergestellten) bispezifischen Antikörper (BiTE; englisch Bispecific T-cell Engager). Er bindet an ein Rezeptorprotein (CD19) auf B-Zellen und somit auch B-Zell-Leukämiezellen und gleichzeitig an einen Rezeptor (CD3) auf T-Lymphozyten (körpereigene Immunzellen), was die Zerstörung der Leukämiezellen bewirkt.