Zielgerichtete Therapieoptionen

Autor:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 16.09.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e290950

Für Patienten mit bestimmten Chromosomen‎veränderungen in den Leukämiezellen (Philadelphia-Chromosom‎-positive ALL und ABL-Class-fusionspositive B-ALL) wird, ergänzend zur Chemotherapie, die kontinuierliche Gabe eines sogenannten Tyrosinkinase‎hemmers (zum Beispiel Imatinib) empfohlen. Dieser blockiert (inhibiert) das durch die Chromosomenveränderung fehlerhafte Eiweiß, welches für das unkontrollierte Wachstum der Leukämiezellen verantwortlich ist. Die Zellteilung wird gehemmt, die bösartigen Zellen sterben ab (Apoptose‎).

Im Rahmen von Studien kann für bestimmte Patientengruppen, zusätzlich zur Chemotherapie, eine antikörperbasierte Therapie in Frage kommen, zum Beispiel mit Blinatumomab, einem (gentechnisch hergestellten) bispezifischen Antikörper‎ (BiTE; englisch Bispecific T-cell Engager). Er bindet an ein Rezeptor‎protein (CD19) auf B-Zellen und somit auch B-Zell-Leukämiezellen und gleichzeitig an einen Rezeptor (CD3) auf T-Lymphozyten‎ (körpereigene Immunzellen), was die Zerstörung der Leukämiezellen bewirkt.