Welche Spätfolgen der Behandlung gibt es und welche Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung stehen zur Verfügung?

Autor:  Maria Yiallouros, Erstellt am 28.08.2018, Zuletzt geändert: 28.05.2020 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e15811

Durch die heutigen Behandlungsmaßnahmen können etwa 90 % der Kinder und Jugendlichen mit einem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) geheilt werden [KAA2019]. Der Großteil der Patienten führt dank der sehr spezifischen Therapie ein völlig normales Leben.

Die intensive Therapie, die für eine erfolgreiche Behandlung erforderlich ist, führt zu den bekannten akuten Nebenwirkungen (zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall oder erhöhte Infektanfälligkeit), die sich nach Abschluss der Behandlung zurückbilden (siehe auch Kapitel „Behandlungsmethoden“). Darüber hinaus ist die Behandlung bei einigen Patienten jedoch auch mit Nebenwirkungen oder Komplikationen verbunden, die erst längere Zeit nach Abschluss der Therapie auftreten (so genannte Spätfolgen). Je intensiver die Behandlung war, umso größer ist das Risiko, dass Langzeitwirkungen der Therapie die Lebensqualität des Patienten später in der einen oder anderen Weise beeinträchtigen [CAL2007] [CAL2003].

Sowohl Chemotherapie als auch Strahlentherapie können zu Spätfolgen führen; einige der wichtigsten werden im Folgenden aufgeführt. Eine Stammzelltransplantation (SZT) mit vorausgehender Hochdosis-Chemotherapie und Ganzkörperbestrahlung ist in der Regel stärker mit Langzeitfolgen belastet als eine Standard-Therapie.

Spätfolgen können nahezu alle Organsysteme betreffen: Herz, Lunge, Leber, Darm, Harnblase, Bauchspeicheldrüse, Geschlechtsorgane, Hormondrüsen, Nervensystem, Knochen und Muskulatur. Eine gravierende Spätfolge ist auch das Auftreten einer Zweitkrebserkrankung.

Die möglichen Auswirkungen der Therapie sind von Anfang an zu bedenken. Es darf dabei aber nicht vergessen werden, dass es hier um die Behandlung einer Krankheit geht, die ohne Therapie tödlich verläuft.

Basisliteratur

  1. Schuster S, Beck JD, Calaminus G, am Zehnhoff-Dinnesen A, Langer T: Nachsorge von krebskranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen - Erkennen, Vermeiden und Behandeln von Spätfolgen. AWMF online 2013 [URI: https://www.awmf.org/ uploads/ tx_szleitlinien/ 025-003l_S1_Nachsorge_von_krebskranken_Kindern_Jugendlichen_06-2013-abgelaufen.pdf] SCH2013b
  2. Langer T, Meitert J, Dörr H-G, Beck J-D, Paulides M: Langzeitfolgen von onkologischen Erkrankungen bei Kindern - Erkennen, Vermeiden und Behandeln von Spätfolgen. Im Focus Onkologie 7-8, 2011 [URI: http://www.nachsorge-ist-vorsorge.de/ wp-content/ uploads/ 2013/ 06/ Erkennen-Vermeiden-und-Behandeln-von-Spätfolgen.pdf] LAN2011
  3. Schreiber-Gollwitzer BM, Rauscher-Lacher, H: Kognitive Spätfolgen nach allogener oder autologer Stammzelltransplantation im Kindesalter. WIR - Die Zeitschrift der Deutschen Leukämie-Forschungshilfe e.V. und der Deutschen Kinderkrebsstiftung 4 / 2007 [URI: http://www.kinderkrebsstiftung.de/ fileadmin/ KKS/ files/ zeitschriftWIR/ 2007_4/ spaetfolgen.pdf] SCH2007b
  4. Langer T, Führer M, Stöhr W, Dörffel W, Dörr H, Bielack S, Rossi R, Kaatsch P, Beck J: Die Überlebenden einer Krebserkrankung im Kindesalter. Monatsschr Kinderheilkd 2002, 150: 942 [DOI: 10.1007/s00112-002-0524-x] LAN2002b
  5. Leiper A: Non-endocrine late complications of bone marrow transplantation in childhood. British J Haemato 2002, 118: 3 [PMID: 12100125] LEI2002
  6. Brennan BM, Shalet SM: Endocrine late effects after bone marrow transplant. British J Haematol 2002, 118: 58 [PMID: 12100128] BRE2002