Prognose bei Patienten mit Rückfall eines Hodgkin-Lymphoms

Autor:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 04.08.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e228660

Bei etwa 5–10 % der an einem Hodgkin-Lymphom erkrankten Kindern und Jugendlichen kommt es – nach Angaben der Morbus-Hodgkin-Studienzentrale (Halle) – zu einem Krankheitsrückfall (Rezidiv‎) oder einem Fortschreiten der Erkrankung trotz Behandlung (Tumorprogression). In der Regel können auch im Rezidivfall noch gute langfristige Behandlungsergebnisse und Heilungen erreicht werden.

Die Prognose‎ für den einzelnen Patienten hängt allerdings in erster Linie davon ab, zu welchem Zeitpunkt das Rezidiv auftritt und wie intensiv die Behandlung bei der Ersterkrankung war:

  • Patienten, die erst spät einen Rückfall erleiden (das heißt später als 1 Jahr nach Therapieende) haben mit einer zweiten Chemo- und Strahlentherapie eine sehr gute Heilungschance (10-Jahres-Überlebensraten von über 90 %) [SCH2005l‎]. Dies betrifft insbesondere Patienten, deren Erkrankung sich zum Zeitpunkt der Erstdiagnose noch in einem frühen Stadium befand (Patienten im Therapielevel 1) und/oder die während der Erstbehandlung noch keine Strahlentherapie erhalten haben.
  • Weniger günstige Heilungschancen mit einer konventionellen Chemo- und Strahlentherapie hatten bislang Patienten mit einem Frührezidiv (Rezidivauftreten zwischen drei und zwölf Monaten nach Therapieende) sowie Patienten, deren Erkrankung auf die Erstbehandlung nicht ansprach oder sogar fortschritt. Aus früheren Studien wurden dabei 10-Jahres-Überlebensraten von circa 75 beziehungsweise 50 % berichtet [SCH2005l‎].

Heutzutage können auch bei den letzteren Patienten (in der Standardrezidiv-Situation oder auch mit Tumorprogression) mit Hilfe einer dosisintensiven Chemotherapie und/oder neuen Therapieoptionen (wie Immuntherapie‎n und zielgerichtete Antikörper‎therapien) sehr hohe Ansprechraten erreicht werden, so dass eine anschließende Hochdosis-Chemotherapie‎ mit nachfolgender Stammzelltransplantation‎ gute Aussichten auf Heilung (im Bereich von 80–90 %) erzielt. Bei Patienten mit sogenannten Niedrigrisiko-Rezidiven kann nach Erreichen einer Remission durch Immuntherapie eine konsolidierende Strahlentherapie zu ebenso hohen Heilungsraten führen.