Zielgerichtete Therapie
Autor: Maria Yiallouros, Freigabe: Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Zuletzt geändert: 18.08.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e290223
Bei Patienten mit bestimmten immunologischen Subtypen der AML (zum Beispiel FLT3-ITD/TKD-positiver AML) kommt eine zielgerichtete Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern (FLT3-Inhibitoren wie Sorafenib) in Frage [POL2022].
Bei diesen Patienten liegt in den Leukämiezellen eine Mutation des sogenannten FLT3-Gens vor. Diese Mutation führt zu einem veränderten FLT3-Rezeptorprotein auf der Oberfläche der Leukämiezellen, welches wiederum deren Wachstum/Vermehrung stimuliert. Durch den FLT3-Inhibitor wird das Wachstum der Leukämiezellen gestoppt; sie sterben ab (Apoptose).
Die FLT3-Mutation tritt bei etwa 10–15 % der AML-Patienten auf. Sie gilt als ungünstiger Prognosefaktor, daher gehören Patienten mit dieser Mutation zu den Hochrisikopatienten (siehe auch Kapitel „Therapieplanung – Prognosefaktoren und Risikogruppen“).

