Welche Behandlungsmethoden sind erforderlich?

Autor:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 27.07.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e57057

Zu den Behandlungsmethoden, die bei einer akuten myeloischen Leukämie in Frage kommen, gehören die Chemotherapie, zielgerichtete Therapieoptionen, die Strahlentherapie (selten) und die Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation (Stammzelltherapie).

  • Im Zentrum der Behandlung steht in aller Regel eine intensive Chemotherapie. Lediglich bei Patienten mit Down-Syndrom oder einer akuten Promyelozytenleukämie (APL) kann eine weniger intensive Chemotherapie beziehungsweise eine Behandlung mit anderen Medikamenten möglich sein.
  • Bei Patienten mit bestimmten immunologischen AML-Subtypen kommt, ergänzend zur Chemotherapie, eine zielgerichtete Therapie mit Tyrosinkinasehemmern in Frage.
  • In wenigen Fällen wird die Chemotherapie durch eine Bestrahlung des Zentralnervensystems (Schädelbestrahlung) ergänzt. Dies ist bei anhaltendem ZNS-Befall möglich, das heißt, wenn die Leukämiezellen auf die chemotherapeutische Behandlung des Zentralnervensystems (intrathekale Chemotherapie) nicht ansprechen.
  • Für Patienten, die schlecht auf die Standardtherapie ansprechen, ein hohes Rückfallrisiko haben oder einen Krankheitsrückfall erleiden, kann eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender mit anschließender Übertragung von Spender-Stammzellen (allogene Stammzelltransplantation) in Frage kommen.
  • Therapiebegleitend erfolgen unterstützende Behandlungsmaßnahmen, die der Vermeidung von Komplikationen dienen. Diese so genannte Supportivtherapie stellt bei Patienten mit AML einen wichtigen Teil der Behandlung dar.

Das Ziel der Behandlung besteht darin, die Leukämiezellen im Körper möglichst vollständig zu vernichten, so dass das Knochenmark seine Funktion als Blut bildendes Organ wieder aufnehmen kann.

Die Intensität und Dauer der Chemotherapie, die Option einer ergänzenden zielgerichteten Therapie, die Notwendigkeit einer Strahlentherapie oder einer Stammzelltransplantation sowie die Prognose der Erkrankung richten sich unter anderem danach, an welcher AML-Unterform der Patient erkrankt ist, wie stark sich die Leukämiezellen im Körper bereits ausgebreitet haben und wie die Leukämie auf die Therapie anspricht (siehe auch Kapitel "Therapieplanung"). [CRE2019] [CRE2018]