Heilungsaussichten bei Patienten mit ALL-Ersterkrankung

Autor:  Maria Yiallouros, Zuletzt geändert:  09.08.2017

Die Heilungschancen (Prognose) von Kindern und Jugendlichen mit ALL haben sich dank der großen Therapiefortschritte in den letzten vier Jahrzehnten deutlich verbessert. Die heute eingesetzten modernen Untersuchungsmethoden und intensiven, standardisierten Kombinations-Chemotherapien führen in den meisten Fällen dazu, dass der Großteil der an ALL erkrankten Kinder und Jugendlichen langfristig von der Krankheit geheilt werden können (das 10- beziehungsweise 15-Jahres-Überleben beträgt etwa 90 %) [ERD2020]. Damit gehört die ALL inzwischen zu den am besten behandelbaren Krebserkrankungen, sie bedarf allerdings auch einer langen und belastenden Therapie.

Die Prognose‎ für den einzelnen Patienten hängt in erster Linie davon ab, an welcher (immunphänotypischen und genetischen) Unterform der ALL er erkrankt ist, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist und wie gut sie auf die Behandlung anspricht. Auch das Alter des Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose ist von Bedeutung.

Bei Patienten mit ungünstigen Prognosefaktoren – zum Beispiel schlechtem Ansprechen der Erkrankung auf die Therapie, schwer zu behandelnder ALL-Unterform oder hohen Leukozytenzahlen – liegen die Heilungschancen, trotz intensivierter Behandlung, deutlich unter 90 %. Das gilt auch für Patienten, die unter einem Jahr oder über zehn Jahre alt sind. Die kleine Gruppe der Säuglinge mit ALL hat das ungünstigste Therapieergebnis mit einer 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von unter 50 %. Patienten im Alter von 10-18 Jahren, die an einer B-Vorläuferzell-ALL erkrankt sind, haben eine ungünstigere Prognose als Patienten unter 10 Jahren mit dieser ALL-Form. Im Rahmen der Therapieoptimierungsstudien sollen die Heilungsaussichten auch für diese Patienten weiter verbessert werden [ESC2010] [MOE2010] [PIE2019] [SCH2012a] [SCH2018] [TES2019].