Welche Formen (Subtypen) der AML gibt es?
Autor: Maria Yiallouros, Zuletzt geändert: 10.08.2026 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e56862
Da die bösartige Veränderung nicht nur verschiedene Arten myeloischer Vorläuferzellen betreffen kann (siehe Abschnitt „Ursprung der AML“), sondern darüber hinaus auch auf unterschiedlichen Reifungsstufen erfolgt, gibt es verschiedene morphologische Formen (Subtypen) der AML:
- Myeloblastenleukämie und Promyelozytenleukämie: Beide Leukämieformen gehen von Vorläuferzellen der Granulozyten aus. Die Zellen, aus denen die Promyelozytenleukämie entsteht, sind allerdings im Unterschied zur Myeloblastenleukämie weiter ausgereift. Während Myeloblastenleukämien den bei weitem größten Teil der akuten myeloischen Leukämien ausmachen, ist die Promyelozytenleukämie selten.
- Monoblastenleukämie: Diese Leukämieform ist seltener als die Myeloblastenleukämie und geht überwiegend von Vorläuferzellen der Monozyten aus.
- Akute myelomonozytäre Leukämien: Hierbei handelt es sich um Mischformen der Myeloblasten- und Monoblastenleukämie.
- Erythroblastenleukämien: Sie entstehen überwiegend aus Vorläuferzellen der Erythrozyten.
- Megakaryozytenleukämien: Diese gehen aus Vorläuferzellen der Thrombozyten hervor.
Anhand der unter dem Mikroskop sichtbaren (zytomorphologischen) Form der Leukämiezellen werden (nach der French-American-British- (FAB-)Klassifikation) acht verschiedene Hauptformen der AML unterschieden; diese waren in der Vergangenheit für die Einteilung der AML wichtig. Heutzutage erfolgt die Klassifikation der AML nach genetischen Kriterien. Die WHO-Klassifikation (2022) berücksichtigt zytogenetische und molekulargenetische Merkmale der entarteten Zellen. Die zytomorphologischen Merkmale sind bei der raschen Diagnosestellung wichtig. Hier lässt sich auch die seltene akute Promyelozytenleukämie meist gut erkennen (siehe auch Kapitel "Therapieplanung"). [CRE2019] [CRE2018a]
Wichtig zu wissen: Es gibt verschiedene Formen der AML, die sich, was Krankheitsverlauf und Heilungsaussichten (Prognose) betrifft, zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. Bei der Wahl der Behandlungsstrategie werden diese Unterschiede berücksichtigt.

