Non-Hodgkin-Lymphom (NHL)

Non-Hodgkin-Lymphome sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. In diesem Text erhalten Sie ausführliche Informationen zum Krankheitsbild, zu möglichen Ursachen und Symptomen sowie zu Krankheitsverlauf, Diagnostik, Therapieplanung , Behandlung, Therapieoptimierungsstudien, Rehabilitation, Nachsorge und Prognose.

Autor:  Maria Yiallouros, Freigabe:  PD Dr. med. Alexander Claviez, Prof. Dr. med. Alfred Reiter, Prof. Dr. med. Birgit Burkhardt, Prof. Dr. med. Wilhelm Wößmann, Zuletzt geändert: 11.09.2026 https://dx.doi.org/10.1591/poh.patinfo.nhl.1.20061026

Non-Hodgkin-Lymphome (kurz: NHL) sind bösartige (maligne) Erkrankungen des lymphatischen Systems [lymphatisches System]. Sie gehören, wie das Hodgkin-Lymphom, zu den malignen Lymphomen und umfassen alle Lymphome, die keine Hodgkin-Lymphome sind. Es handelt sich dabei um eine Vielzahl an bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems.

„Maligne Lymphome“ bilden mit einem Anteil von etwa 14 % die dritthäufigste Krankheitsgruppe unter den Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter (nach den Leukämien und den ZNS-Tumoren).

Fast alle NHL im Kindes- und Jugendalter sind hochgradig bösartig (hochmaligne NHL), das heißt, sie breiten sich, ausgehend von ihrem Ursprungsort (meist einem Lymphknoten), schnell im ganzen Körper aus, befallen Organe und Gewebe und führen dadurch zu schweren Erkrankungen, die unbehandelt zum Tod führen. Die Diagnose eines NHL sollte jedoch nicht zu Hoffnungslosigkeit führen, denn die Behandlung hat sich in den letzten vier bis fünf Jahrzehnten deutlich verbessert. Mit modernen Untersuchungsmethoden und standardisierten Behandlungsformen (Kombinations-Chemotherapien) können heute etwa 90 % der Patienten von dieser Krankheit geheilt werden [RON2025].

Zu beachten: Die heutige Einteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet den Begriff Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) nicht mehr. Stattdessen werden alle Lymphome entsprechend der Herkunft und Reife ihrer Ausgangszellen in B- und T-Zell-Lymphome unterteilt. Da allerdings im klinischen Alltag der Begriff Non-Hodgkin-Lymphom weiterhin für alle Lymphome steht, die keine Hodgkin-Lymphome sind, wird auch in diesem Text der Begriff NHL beibehalten.

Anmerkungen zum Text

Der folgende Informationstext zu den Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) richtet sich an Patienten, deren Angehörige sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Er soll dazu beitragen, diese Erkrankung und die Möglichkeiten ihrer Behandlung zu erklären. Die Informationen ersetzen nicht die erforderlichen klärenden Gespräche mit den behandelnden Ärzten und weiteren Mitarbeitern des Behandlungsteams; sie können aber dabei behilflich sein, diese Gespräche vorzubereiten und besser zu verstehen.

Die Informationen sind vor allem auf der Grundlage der unten angegebenen Basisliteratur sowie unter Berücksichtigung der aktuellen Leitlinien und Therapieempfehlungen zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit NHL erstellt worden. Weitere Literaturquellen werden im Text genannt.

Bitte beachten Sie, dass es sich im Folgenden um allgemeine Informationen und Empfehlungen handelt, die – aus der komplexen Situation heraus – nicht notwendigerweise in ihrer Gesamtheit bei jedem Patienten zutreffen. Viele Therapieempfehlungen müssen im Einzelfall und interdisziplinär entschieden werden. Ihr Behandlungsteam wird Sie über die für Sie zutreffenden Maßnahmen informieren.

Die Krebserkrankung eines Kindes ist für die ganze Familie eine belastende Situation. Das Psychosoziale Team der Klinik oder später der Nachsorgeeinrichtung steht Patienten und ihren Angehörigen von der Diagnose bis zum Abschluss der Behandlung sowie während der Nachsorge beratend und unterstützend zur Seite. Zögern Sie nicht, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Es ist fester Bestandteil des Behandlungskonzepts aller kinderonkologischen Zentren im deutschsprachigen Raum. Hier finden Sie umfassende Informationen zum Thema.

Basisliteratur

  1. Burkhardt B, Klapper W, Woessmann W: Non-Hodgkin-Lymphome. in: Niemeyer C, Eggert A (Hrsg.): Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Springer-Verlag GmbH Deutschland, 2. vollständig überarbeitete Auflage 2018, 324 [ISBN: 978-3-662-43685-1] BUR2018
  2. Burkhardt B, Mueller S, Khanam T, Perkins SL: Current status and future directions of T-lymphoblastic lymphoma in children and adolescents. British journal of haematology 2016, 173: 545 [PMID: 26991119] BUR2016a
  3. Reinhardt D, Reinhardt K, Neuhoff C, Sander A, Klusmann JH, Pekrun A, Sauerbrey A, von Stackelberg A, Rössig C, Creutzig U, Kolenova A: [GATA1-Mutation Associated Leukemia in Children with Trisomy 21 Mosaic]. Klinische Padiatrie 2012, 224: 153 [PMID: 22513796] REI2012
  4. Burkhardt B, Oschlies I, Klapper W, Zimmermann M, Woessmann W, Meinhardt A, Landmann E, Attarbaschi A, Niggli F, Schrappe M, Reiter A: Non-Hodgkin's lymphoma in adolescents: experiences in 378 adolescent NHL patients treated according to pediatric NHL-BFM protocols. Leukemia 2011, 25: 153 [PMID: 21030984] BUR2011
  5. Mann G, Attarbaschi A, Burkhardt B, Niggli F, Klapper W, Ludwig WD, Schrappe M, Zimmermann M, Gadner H, Reiter A, Berlin-Frankfurt-Münster Group: Clinical characteristics and treatment outcome of infants with non-Hodgkin lymphoma. British journal of haematology 2007, 139: 443 [PMID: 17868047] MAN2007a