Wie entsteht eine Blutkrankheit bei Kindern und Jugendlichen?
Autor: Dr. med. Gesche Tallen, Freigabe: Prof. Dr. med. U. Creutzig, Zuletzt geändert: 17.12.2025 https://kinderblutkrankheiten.de/doi/e94459
Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen können angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden.
Hierdurch können Blutkrankheiten entstehen:
- Durch Störungen der Blutbildung im Knochenmark (Hämatopoese) sowie der Bildung bestimmter Faktoren wie dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) oder verschiedener Gerinnungsfaktoren, die das Blut zur Ausführung seiner Aufgaben benötigt. Diese Störungen können bereits in Form krankhaft veränderter Gene (Mutationen) in der Erbinformation für die Blutbildung vorprogrammiert sein.
- Andere Störungen können im Zusammenhang mit Krankheitsbildern auftreten, bei denen vermehrt Blutzellen verbraucht werden und das Knochenmark nicht schnell genug neue, reife Blutzellen nachproduzieren kann. Dies ist beispielsweise oft bei chronischen Erkrankungen wie bestimmten Entzündungen, Immundefekten oder Krebserkrankungen der Fall.
- Auch zahlreiche angeborene oder erworbene Stoffwechselstörungen sowie ein Vitamin- oder Spurenelementemangel oder Eisenmangel, können die Blutbildung negativ beeinflussen.
- Es können Durchblutungsstörungen auftreten, die einen Schlaganfall oder eine Sinusvenenthrombose verursachen
- Es gibt Bluterkrankungen, deren Ursachen noch erforscht werden müssen, dies wird als „idiopathisch” bezeichnet.
Folgende Silben weisen auf die zugrundeliegende Störung hin: Allgemein eine Blutkrankheit: Endsilbe „ämie“, eine krankhafte Veränderung von Blutzellen: „pathie” oder ein Mangel an Blutzellen: Vorsilbe „An-” oder Endung „-penie”
Je nachdem, in welchem Stadium der Blutbildung ein Fehler auftritt, unterscheidet man bei Bluterkrankungen zwischen Ausreifungs- und Funktionsstörungen sowie zwischen Erkrankungen der roten oder weißen Zellreihe beziehungsweise der Blutplättchen. Bei manchen Krankheitsbildern sind mehrere oder sogar alle Zellreihen gleichzeitig betroffen.
Beispiele für typische Erkrankungen einzelner Zellreihen:
rote Reihe (Erythrozyten): angeborene und erworbene Formen der Blutarmut (Anämie)
weiße Reihe (Leukozyten): Neutropenien (Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen), Immundefekte sowie Leukämien.
Erkrankungen der Blutplättchen beziehungsweise der Blutgerinnung (Thrombozyten): Immunthrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen), Hämophilie (Mangel an Gerinnungsfaktoren)
