Von welchen Zellen geht die ALL aus?

Autor:  Maria Yiallouros, Erstellt am 10.02.2021, Zuletzt geändert: 10.02.2021 https://kinderkrebsinfo.de/doi/e11334

Die ALL entsteht durch eine bösartige Veränderung der Lymphozyten, einer Unterart der weißen Blutkörperchen. Lymphozyten sind, wie alle weißen Blutzellen, wesentliche Bestandteile des Immunsystems. Sie haben eine Schlüsselfunktion bei der Infektionsabwehr, denn sie können ganz gezielt Krankheitserreger und veränderte körpereigene Zellen erkennen und beseitigen.

Die Lymphozyten entstehen aus unreifen Vorläuferzellen, die auch als Lymphoblasten oder, kurz, Blasten bezeichnet werden. Bis zu ihrer endgültigen Reifung und somit Funktionstüchtigkeit müssen sie eine Vielzahl von Entwicklungsschritten durchlaufen, zum Teil an unterschiedlichen Orten im Körper (beispielsweise Knochenmark, Lymphknoten, Milz, Thymusdrüse).

Je nachdem, wie und an welchem Ort die endgültige Reifung (Prägung) erfolgt, lassen sich zwei Hauptgruppen von Lymphozyten unterscheiden: B-Lymphozyten und T-Lymphozyten ( siehe auch Kapitel „Aufbau und Funktion von Knochenmark und Blut“).