September 01, 2014 - Symposien, Konverenzen, Events

2nd International Symposium on Childhood, Adolescent and Young Adult Hodgkin Lymphoma -ISCAYAHL- vom 07. -10. Mai 2014 in Berlin

Zum zweiten Mal seit der Premiere in Washington,D.C. im Mai 2011 fand das internationale Symposium für Hodgkin-Lymphom im Kindes-, Jugend- und jungem Erwachsenenalter statt.

Dieses Mal trafen sich vom 7. – 10. Mai 2014 in Berlin wieder 200 Teilnehmer aus 34 Ländern. Die wissenschaftliche Leitung dieser internationalen Experten-Plattform liegt bei Frau Prof. Dr. med. Christine Mauz-Körholz, Universitätskinderklinik Halle und bei Frau Dr. med. Monika Metzger, St. Jude Children’s Research Hospital, Memphis, TN, USA. Als Vertreterinnen zweier bedeutender Hodgkin-Lymphom Studiengruppen (GPOH-HD/EuroNet-PHL und Hodgkin Consortium/ COG) beidseits des Atlantiks sollte ein internationales Konsortium (CAYAHL) geschaffen werden mit der Zielsetzung eines globalen kooperativen Netzwerkes, um die Wissenschaft und die Qualitätsstandards der Behandlung des Hodgkin-Lymphoms weiterzubringen. Dazu soll dieses Symposium nun alle 3 Jahre alternierend in Washington bzw. in Berlin stattfinden.

Die Themenfelder des diesjährigen Symposiums erstreckten sich von der Biologie und Ätiologie über prognostische Faktoren, die klinische und translationale Forschung (insbesondere auch in kooperativen Studien weltweit) zu spezielleren Themen wie Rezidiven und Therapierefraktärität, Fortschritten bei der T-Zellulären Therapie und den sogenannten „targeted therapies“. Außerdem wurden die speziellen Aspekte der Therapie betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zu den Spätfolgen der Erkrankung und der Lebensqualität bei den Überlebenden des Hodgkin-Lymphoms diskutiert.

Ein ganz spezielles Projekt zur Harmonisierung der Staging- und Response-Kriterien bei CAYAHL, kurz‚ SEARCH for CAYAHL‘, das Frau Dr. Metzger ganz besonders am Herzen liegt, stellte seinen ersten Fortschrittsbericht ganz am Ende des zweieinhalb-tägigen Treffens vor. Dieses Projekt hat vor allem zum Ziel, die Staging und ResponseKriterien international für CAYAHL zu definieren, und international und damit auch mit Erwachsenen-HodgkinLymphom Studiengruppen vergleichbar zu machen.

Es trafen sich daher nicht nur klinisch tätige Ärzte/Ärztinnen und Wissenschaftler/innen sondern auch Biologen, Pathologen, Experten für diagnostische Radiologie und Nuklearmedizin, wie auch Strahlentherapeuten und Sozialwissenschaftler um sich an historischem Ort, im Langenbeck-Virchow-Haus auf dem Campus-Mitte der Charité, konstruktiv austauschen zu können.

Zur Symposiums-Eröffnung konnte Herr Tino Sorge, Bundestagsabgeordneter aus Sachsen-Anhalt und Mitglied des Gesundheitsausschusses gewonnen werden, um eine Grußadresse an die internationalen Gäste zu richten. Damit konnte ein wichtiger Kontakt dieses internationalen Netzwerkes zum höchsten nationalen parlamentarischen Gremium in Sachen Gesundheit geknüpft werden.

Ein weiterer absoluter Höhepunkt und ebenfalls eine Premiere beim Berlin-Symposium stellte die erstmalige Verleihung des ‚Günther-Schellong-Awards‘ dar. Diese Auszeichnung wird an Wissenschaftler/innen verliehen, die wie der Namensgeber herausragende Leistungen in ihrer beruflichen Vita im Bereich des Hodgkin-Lymphoms (CAYA) aufweisen können. Mit diesem Preis, einem goldenen Ehrenring mit einem Lapislazuli-Stein, wurde in ganz besonderer Weise der Gründer der DAL-GPOH-HD-Studien, Professor Günther Schellong und sein Lebenswerk gewürdigt, - die Laudatio wurde durch seinen langjährigen Wegbegleiter aus den Erwachsenen-Hodgkin-Studien, Herrn Professor Volker Diehl, gehalten und ebenso die erste Preisträgerin, Frau Professor Judith Landman-Parker, Leiterin der französischen Kinder-Hodgkin-Studiengruppe, die in besonderer Weise zum Zusammenschluss und zur Kooperation des europäischen Hodgkin-Konsortiums, EuroNet-PHL, beigetragen hat. Dieser Preis wird ab jetzt alle 3 Jahre anlässlich des ISCAYAHL verliehen.

Die lebhafte, diskussionsfreudige und Netzwerk-fördernde Atmosphäre des Symposiums war vor allem durch die hohe Internationalität, durch den besonderen historischen Charakter des Tagungsortes und durch die Nähe von Referenten und Publikum geprägt. Besonders wichtig war dabei, dass auch Wissenschaftler abseits der großen Studiengruppen und Teilnehmer aus den sogenannten „Lowincome-countries“ ihre Daten und Ergebnisse präsentieren konnten. Die drei besten Postervorträge wurden von der Jury mit je 500€ ausgezeichnet.

Mit einem Ausblick auf das kommende Symposium in Washington D.C. im Jahr 2017 endete das zweieinhalbtägige Symposium begleitet von großem Publikumszuspruch und einigen konstruktiven Vorschlägen. Es sollen noch mehr Diskussionsforen eingerichtet werden, evtl. Reisestipendien für Teilnehmer aus Niedriglohn-Ländern bereitgestellt werden und evtl. auch Patientengruppen und Angehörige mit eingebunden werden.

More Information

Prof. Dr. Christine Mauz-Körholz
Pädiatrische Onkologie und Hämatologie,
Secretary of the EuroNet-PHL group Universitätsklinik und Poliklinik
für Kinder- und Jugendmedizin der MLU-Halle

Dr. Monika Metzger
Pediatric Oncologist Principal Investigator of the Hodgkin-Consortium Associate Member
St Jude Children`s Research Hospital Memphis, TN, USA

back