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15. December 2015 - Verschiedenes

Die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie trauert um Prof. Dr. med. Günther Schellong

Günther Schellong ist am 10. Oktober 2015 im Alter von 89 Jahren verstorben. Damit verliert die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) ihr langjähriges Mitglied und Ehrenmitglied und ehemaligen Vorsitzenden.

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Günther Schellong hat das hohe Ansehen der deutschen pädiatrischen Onkologie im In- und Ausland durch seine wissenschaftlichen Leistungen, insbesondere zur Behandlung und Spätfolgenforschung beim Morbus Hodgkin, entscheidend geprägt.

Günther Schellong wurde am 15. Januar 1926 in Kiel geboren und wuchs in Kiel, Heidelberg, Prag und Münster auf. Er studierte in Münster und Freiburg und arbeitete nach seiner Approbation 1951 zunächst in der Medizinischen Universitätsklinik Göttingen bei R. Schön auf dem Gebiet des Glucuronsäurestoffwechsels und anschließend am Pathologischen Institut in Freiburg bei F. Büchner. Er promovierte 1952 mit einer Arbeit zu „röntgenologisch nachweisbaren Knochenveränderungen bei Endangitis obliterans“ in Münster. Nach einer Ausbildung am Institut für Blutgruppenforschung in Bensberg/Köln unter P. Dahr lag sein wissenschaftlicher Schwerpunkt auf dem Gebiet der Immunhämatologie und des Neugeborenen-Ikterus. Mit diesem Thema habilitierte er 1961. Günther Schellong war an der Erprobung und Einführung der postpartalen Anti-D-Prophylaxe beteiligt, die zu einer erheblichen Abnahme des Morbus hemolyticus neonatorum geführt hat. Anfang der 70er Jahre wandte er sich mit Engagement und großer wissenschaftlicher Produktivität dem damals noch jungen Gebiet der Pädiatrischen Onkologie zu.

Seit 1954 war er zunächst als wissenschaftlicher Assistent und später als Oberarzt (1963) an der Universitätskinder klinik Münster unter der Leitung von H. Mai tätig. Im Jahr 1973 wurde Günther Schellong als ordentlicher Professor und Leiter der Abteilung für Hämatologie und Immunologie der Kinderklinik Münster, deren Direktor er 1976 wurde, berufen. In dieser Position war er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1991 tätig. Anfang der siebziger Jahre war er Dekan des Fachbereichs Klinische Medizin der Universität Münster.

Günther Schellong war eines der drei Gründungsmitglieder der weltweit standardsetzenden Berlin-Frankfurt-Münster (BFM)-Studiengruppe in der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie. Das „M“ im BFM steht für Münster und für ihn. Selbst übernahm Günther Schellong in diesem Studiennetzwerk die Leitung für die Studien der Akuten Myeloischen Leukämie (1978–1991) und des Hodgkin Lymphoms (1978–1995). Im Rahmen der fünf von ihm geleiteten Therapiestudien zu den Hodgkin Lymphomen konnte kontinuierlich das Risiko für Langzeitnebenwirkungen nach Strahlen – aber auch nach Chemotherapie verringert werden.

Für seine Arbeit wurde ihm 1989 zusammen mit seinen Mitarbeitern Ursula Creutzig und Jörg Ritter der Kind-Philipp- Wissenschaftspreis für Leukämieforschung überreicht.

Von 1980 bis 1985 war Günther Schellong 1. Vorsitzender der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie (GPO). In dieser Zeit wurde die Zahl der Therapieoptimierungsstudien und der studienbegleitenden Arbeitsgruppen bei soliden Tumoren erheblich ausgedehnt. In seine Amtszeit fielen auch die Aktivitäten zur Neustrukturierung der Pädiatrischen Onkologie im Sozialbereich der Krankenversorgung. Günther Schellong hat die Notwendigkeit der psychosozialen Behandlung erkannt und diese als eigene Disziplin etabliert. Seine stete Kooperationsbereitschaft war ein wesentlicher Beitrag für die Gründung und die erfolgreiche Arbeit der BFM-Arbeitsgruppe. 1990 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der GPO verliehen.

Nach seiner Emeritierung 1991 widmete er sich der Analyse der Langzeitfolgen der Behandlung des Morbus Hodgkin. Die ehemaligen Studienpatienten wurden über ihre Risiken informiert, wie z. B. über schwere Infektionen nach Milzentfernung, über Brust und über Brustkrebs bei Mädchen. Das erreichte Langzeit-Follow-Up bei Morbus Hodgkin ist weltweit führend (Median 18 Jahre, Altersmedian 31 Jahre). Die Ergebnisse zum Brustkrebs-Screening sowie wichtige Publikationen zu den Zweitmalignomen und Elternschaft bei ehemaligen Hodgkin-Lymphom Patienten wurden kürzlich 2014 und 2015 publiziert.[1-3] 2007 wurde ihm der Nachsorgepreis der Deutschen Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind – für seine bahnbrechenden Untersuchungen über Spätfolgen nach Morbus Hodgkin verliehen.

Zusammen mit den internistischen Kollegen in Münster eröffnete er in den 80er Jahren den internationalen Austausch, besonders auch mit den Kollegen in Osteuropa, im Rahmen der Symposien „Acute Leukemias“.

Nach seiner Emeritierung hat er den Aufbau der pädiatrischen Hämatologie-Onkologie in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, insbesondere der Ukraine, unterstützt. Für sein dortiges Engagement für die Behandlung krebskranker Kinder und Jugendlicher wurde er 1992 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2013 erhielt er den Dietrich-Niethammer-Preis für sein Lebenswerk und kürzlich im September 2015 die Ehrenmitgliedschaft der DGHO.

Alle, die ihn persönlich kannten, schätzen seine Liebe zur Musik. Unvergessen sind seine Kammermusikabende: Mit  Schellong am Cello“ kündigte sich ein musikalischer Hochgenuss an. Er war langjähriges Mitglied im Orchester der Deutschen Kinderärzte.

Günter Schellong wird vielen von uns als herausragender akademischer Lehrer und als vorbildlicher engagierter Arzt und Wissenschaftler in Erinnerung bleiben.

Im Namen der gesamten Fachgesellschaft gedenken wir seiner in großer Wertschätzung und Dankbarkeit. Günther Schellong hat durch sein nachhaltiges Engagement und  seine beeindruckenden klinischen und wissenschaftlichen Leistungen der Deutschen Kinderonkologie neue Impulse gegeben. Sein Name wird mit den Erfolgen der Therapie der Hodgkin Lymphome und seinem engagierten Einsatz bei der Analyse der Langzeitfolgen bei den ehemaligen Hodgkin Lymphom Patienten verbunden bleiben.  

Prof. Dr. Ursula Creutzig

  1. Schellong G, Riepenhausen M, Ehlert K, Bramswig J, Dorffel W, German Working Group on the Long-Term Sequelae of Hodgkin's D, Schmutzler RK, Rhiem K, Bick U, German Consortium for Hereditary B, Ovarian C. Breast cancer in young women after treatment for Hodgkin's disease during childhood or adolescence--an observational study with up to 33-year follow-up. Deutsches Arzteblatt international 2014:111(1-2):3-9.
  2. Bramswig JH, Riepenhausen M, Schellong G. Parenthood in adult female survivors treated for Hodgkin's lymphoma during childhood and adolescence: a prospective, longitudinal study. Lancet Oncol 2015:16(6):667-675.
  3. Dorffel W, Riepenhausenl M, Luders H, Bramswig J, Schellong G. Secondary Malignancies Following Treatment for Hodgkin's Lymphoma in Childhood and Adolescence. Deutsches Arzteblatt international 2015:112(18):320-327, i.

Weitere Informationen

Am 08.04.2016 findet ihm zu Ehren ein Symposium in Münster statt.

Die Anmeldung hierzu ist möglich unter:

http://www.kinderkrebsinfo.de/gpoh/tagungsanmeldungen/anmeldung_schellong_symposium/index_ger.html

 

 

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15. December 2015 - Verschiedenes

Professor Karl Welte wird als erster deutscher Wissenschaftler mit der Henry M. Stratton-Medaille der Amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie ausgezeichnet

Professor Dr. Karl Welte erhält im Dezember die Henry M. Stratton- edaille der „American Society of Hematology“ (ASH). Seit 1970 verleiht ASH jährlich die Henry M. Stratton-Medaille und würdigt damit einzelne Forscher, die über viele Jahre hinweg signifikante Beiträge zur Hämatologie leisten.

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„Diese Auszeichnung ehrt Professor Welte für seine revolutionäre Arbeit über die Entdeckung, die Molekularbiologie und klinische Anwendung des hämatopoetischen Wachstumsfaktors G-CSF“, betont Professor David Williams, Präsident der ASH. In der ASH-Pressemitteilung heißt es: „Professor Welte identifizierte und charakterisierte humanes G-CSF und war maßgeblich an der Klonierung von rekombinantem G-CSF beteiligt. Er war entscheidend in der Planung und Durchführung der ersten Phase I-III Studien mit G-CSF bei Chemotherapie-induzierten Neutropenien und kongenitalen Neutropenien involviert. Er leistete Pionier arbeit in der Identifizierung von krankheitsrelevanten Keimbahnmutationen
bei kongenitalen Neutropenien. Seine Studien über die Leukämogenese bei kongenitalen Neutropenien haben unser allgemeines Verständnis über die Entstehung von Leukämien erweitert“. Der ASH-Präsident wird Professor Welte die Medaille im Dezember 2015 während des jährlichen Kongresses der Gesellschaft in Orlando, USA, überreichen.

Professor Welte hatte zuletzt an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) die Niedersachsenprofessur für Molekulare Hämatopoese inne und war zuvor bis 2008 Direktor der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am MHH-Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Seit Oktober 2015 ist er Seniorprofessor der Universität Tübingen und arbeitet in der Kinderklinik der Universität Tübingen.

Karl Welte

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15. December 2015 - Verschiedenes

Informationsportale via Smartphone - Neue Flyer zum Auslegen

Auf die Webportale www.kinderkrebsinfo.de und www.kinderblutkrankheiten. de wird immer häufiger von mobilen Endgeräten (Tablets und Smartphones) zugegriffen. Im Jahr 2015 nutzten bereits über 50 % unserer Besucher ein mobiles Gerät.

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Um diesen Lesern das Navigieren und Lesen bequemer zu machen, haben wir unsere Webseiten Tablet- und Smartphone- fähig programmieren lassen. Die Darstellung der Seiten erfolgt über ein sogenanntes Responsives Webdesign
(RWD). Responsive (reaktionsfähig) bedeutet, dass sich die Ansicht einer Webseite automatisch an ihr jeweiliges Endgerät anpasst, z.B. durch Verringerung der Spaltenanzahl. Die Einführung dieses Webdesigns war nur durch ein gleichzeitiges Upgrade unseres Redaktionssystems möglich. Auch unsere Desktop-Version präsentiert sich nun optisch geliftet. Wir freuen uns, wenn Sie die Portale im neuen Design einmal ausprobieren.

Aufmerksam machen möchten wir Sie auf unsere neuen Flyer:

  • Auf den Flyer zum Algorithmus www.muskel-knochenschmerzen.de, für alle Kinderärzte konzipiert.
  • Auf den Flyer über unsere Nachsorge-Seiten www.kinderkrebsinfo.de/nachsorge und speziell www.kinderkrebsinfo.de/nachsorgeangebote für Reha-Einrichtungen und viele weitere Einrichtungen, die Patienten nachbetreuen


Gerne können Sie die Flyer bestellen bei: julia.dobke@charite.de.

Redaktion kinderkrebsinfo.de und kinderblutkrankheiten.de

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15. December 2015 - Verschiedenes

Frankfurter Forscherin an Schaltstelle der deutschen Hochschulentwicklung

Prof. Simone Fulda vom Universitätsklinikum Frankfurt übernimmt die Leitung des Ausschusses für Forschungsbauten im Wissenschaftsrat der Bundesregierung und der Länder.

Der Wissenschaftsrat hat Prof. Simone Fulda, Direktorin des Instituts für Experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie am Universitätsklinikum Frankfurt, zur Vorsitzenden des Ausschusses für Forschungsbauten bestimmt. Der 2007 eingerichtete Ausschuss hat eine wesentliche Funktion für die Hochschulentwicklung und die Weiterentwicklung der Forschungslandschaft in Deutschland. Bundespräsident Joachim Gauck hatte Prof. Fulda zum 1. Februar 2015 für eine zweite dreijährige Amtszeit in den Wissenschaftsrat berufen.

Simone Fulda

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