Aktuelle Mitteilungen

01. September 2014 - Verschiedenes

Prof. Peter Bader wurde Vorsitzenden der „Pediatric Diseases Working Party“

Prof. Peter Bader wurde mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden der „Pediatric Diseases Working Party“ der Europäischen Gesellschaft für Knochenmark- und Stammzelltransplantation gewählt.

Die 1974 gegründete Organisation ist die Dachgesellschaft aller europäischen Zentren und Wissenschaftler, die sich mit der klinischen Stammzelltransplantation und Zelltherapie beschäftigen. Insgesamt sind in der EBMT über 500 Zentren aus 58 Ländern organisiert. Die EBMT ist damit die weltgrößte Stammzelltransplantationsorganisation. Das Ziel der EBMT ist die Förderung aller Aspekte, die die Transplantation hämatopoetischer Stammzellen betreffen. Hierzu zählen grundlagenorientierte Forschung und klinische Forschung gleichermaßen. Auch die Akkreditierung von Stammzelltransplantationszentren wird über die EBMT geregelt. Die Wahl erfolgte auf dem diesjährigen Jahreskongress, der vom 29. März bis zum 2. April 2014 stattgefunden hat.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Peter Bader

Leiter Schwerpunkt Stammzelltransplantation und Immunologie
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt a. Main,
Germany Tel: 0049 (0) 69 6301 7542
Fax: 0049 (0) 69 6301 4202
Email: peter.bader(at)kgu.de
http://www.szt.klinik.uni-frankfurt.de 

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01. September 2014 - Verschiedenes

Buch zur Geschichte der Leukämiebehandlung erschienen

Ein Meilenstein in der Medizin – Die Geschichte des Behandlungserfolges bei Leukämie und Lymphom im Kindesalter“ heißt ein im Lehmanns Media Verlag erschienenes Buch von Christian Müller, Mitarbeiter in der LESS-Studiengruppe (Leiter: Prof. Dr. med. Thorsten Langer) am Universitätsklinikum...

Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Behandlung von ALL und NHL anhand der Ergebnisse der Therapieoptimierungsstudien. Der Rückblick geht zurück bis ins Jahr 1861, als die erste Publikation über einen Leukämiefall bei einem Kind erschien. Das Buch enthält aber auch einen persönlichen Bericht: 1989 erkrankte der Autor siebenjährig an einem B-NHL und erzählt in einem eigenen Kapitel über Ereignisse aus dieser Zeit und über das Leben danach. Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günter Henze und Prof. Dr. med. Dr. h.c. Fritz Lampert standenals Gesprächspartner für das Buch zur Verfügung.

Christian Müller: „Ein Meilenstein in der Medizin – Die Geschichte des Behandlungserfolges bei Leukämie und Lymphom im Kindesalter“, Lehmanns (Verlag), 330 Seiten, Berlin 2014; ISBN 978-3-86541-658-2; 16,95 €

Weitere Informationen

Informationen unter www.lehmanns.de isbn/9783865416582

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01. September 2014 - Preisverleihungen, Auszeichnungen

Kind-Philipp-Preis 2015

Bei der GPOH Tagung im Mai wurde der Kind-Philipp-Preis 2013 an zwei hervorragende Wissenschaftler des DKFZ Heidelberg und ihre Arbeitsgruppen verliehen.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der Kind-Philipp-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft jährlich für die beste wissenschaftliche Arbeit deutschsprachiger Autoren im Gebiet der pädiatrisch-onkologischen Forschung verliehen. Ausgezeichnet wird eine wissenschaftliche Arbeit, die im Ausschreibungsjahr veröffentlicht oder als Manuskript fertiggestellt wurde. Es können sich auch mehrere Autoren einer Arbeit gemeinsam bewerben.

Frau Dr. Ina Oehme, 40, erhält den Kind-Philipp-Preis 2013 für ihre Arbeit „Histone deacetylase 10 promotes autophagy-mediated cell survival” (1), veröffentlicht in PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America). Ina Oehme ist Gruppenleiterin in der Klinischen Kooperationseinheit Pädiatrische Onkologie des DKFZ. Der Forschungsschwerpunkt der studierten Ökotrophologin sind translationale Studien zur Chemotherapieresistenz des Neuroblastoms. Ihr Wissenschaftler-Team in der Abteilung von Prof. Dr. Olaf Witt am DKFZ untersucht hierbei insbesondere die Rolle verschiedener HDAC-Enzyme. In der Preisarbeit steht der Mechanismus der HDAC-vermittelten Autophagie im Vordergrund. Ina Oehme und ihre Kollegen konnten zeigen, dass Hochrisiko-Neuroblastome, die vor Therapiebeginn nur geringe Mengen von HDAC10 bilden, vergleichsweise gut auf die Chemotherapie ansprachen. Das fehlende HDAC10 unterbricht dabei den Prozess der Autophagie, eine Art „Selbstverdauung“, mit der sich aggressive Tumorzellen vor Chemotherapieinduziertem Stress schützen. Während die Hemmung von HDAC10 zu einem verbesserten Ansprechen auf Chemotherapie mit Doxorubicin führte, ging die Aktivierung des HDAC10 Gens mit einer erhöhten Therapieresistenz einher. Insgesamt kann damit ein besonders hoher HDAC10-Spiegel als Biomarker für eine Autophagievermittelte Resistenz betrachtet werden. Umgekehrt könnte durch den Einsatz von HDAC10- Inhibitoren bei Neuroblastomen, die besonders schlecht auf die Chemotherapie ansprechen, eventuell wieder eine wirksame Behandlung erreicht werden. Die Ergebnisse der Studien von Frau Oehme haben bereits zum Start einer Phase I/II-Studie zur Behandlung des Neuroblastoms mit HDAC-Inhibitoren beigetragen.

 

Dr. David T.W. Jones, 31, ist Leiter der Arbeitsgruppe “Molekulare Diagnostik” in der Abteilung Pädiatrische Neuroonkologie des DKFZ. Nach dem Studium der Naturwissenschaften in Cambridge fokussierte er sein wissenschaftliches Interesse auf die Erforschung der Biologie kindlicher Hirntumoren, insbesondere der pilozytischen Astrozytome. Die von Jones in einem internationalen Konsortium erarbeitete Analyse von Gensignaturen der pilozytischen Astrozytome identifiziert einen neuen Weg als Ziel für Präzisionsmedikamente, so dass zukünftig klinische Studien möglich werden. Die Preisarbeit „Recurrent somatic alterations of FGFR1 and NTRK2 in pilocytic astrocytoma” (2) wurde in Nature Genetics publiziert. Dr. Jones konnte mit seiner Analyse in 100% aller pilozytischen Astrozytome im Kindesalter (insgesamt 96 Fälle) Veränderungen in Genen des Mitogenaktivierten ProteinKinase (MAPK)-Signalweges identifizieren. Die MAPKSignale regulieren zahlreiche grundlegende biologische Prozesse wie Differenzierung, Wachstum oder Tod von Zellen. Die Erkrankung ist somit ein Prototyp der wenigen Krebsarten, denen Störungen eines einzelnen biologischen Signalweges zugrunde liegen. Insgesamt eröffnet sich damit die Möglichkeit, für pilozytische Astrozytome einen zielgerichteten Wirkstoff zu entwickeln, der eine überaktive MAPKSignalkaskade an verschiedenen Stellen blockieren kann. Dies würde auch Patienten helfen, deren Tumoren operativ schwer zugänglich sind. Beide Wissenschaftler haben somit wesentlich zu einem besseren Verständnis der Biologie kindlicher Tumoren des peripheren und zentralen Nervensystems beigetragen. Aufgrund der wissenschaftlichen Exzellenz und klinischen Relevanz der vorgelegten Arbeiten fiel das Votum der Preisjury einstimmig für die beiden Wissenschaftler aus. Im Namen der GPOH möchten wir beiden Arbeitsgruppen ganz herzlich gratulieren.

A. Eggert

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01. May 2014 - Studien, Registern und Arbeitsgruppen

Studien-Update HIT-MED Studienzentrale

Das deutsche HIT 2000 Interim Register läuft zum 30. Juni 2014 aus und wird in ein internationales Register (I-HITMED) überführt.

Zusätzlich werden aktualisierte Therapieempfehlungen

in Kürze an alle beteiligten Kliniken versendet. Diese werden sich zum Teil von den Therapieempfehlungen

der HIT 2000 Studie unterscheiden, da hier auch weitere klinische Daten aus anderen Studien in die

Empfehlungen einfließen. 

Die europäische Studie PNET 5 MB für Kinder und Jugendliche

im Alter von 3 bzw. 5 Jahren bei Diagnose mit

Medulloblastom mit niedrigem Risiko (nicht-metastasiert,

Resttumor <1.5cm², Aktivierung des WNT-Signalwegs;

Phase II) sowie Standardrisiko (nicht-metastasiert, Resttumor

<1.5cm², klassische oder desmoplastische Histologie;

Phase III) wurde im April 2014 initiiert und im Mai 2014

wird mit dem Start der Rekrutierung gerechnet.

Die Studiendatenbank Marvin wird zur Dokumentation

in PNET 5 MB genutzt und soll auch zur Dokumentation

im I-HIT-MED Register verwendet werden. Bis zur Umsetzung

wird im Register noch die Papierdokumentation

genutzt.

Die internationale klinische Studie SIOP Ependymoma

II für Patienten mit Ependymomen befindet sich im

Genehmigungsprozess. Weitere Studien für Patienten mit

Hochrisiko-Medulloblastom und für junge Kinder mit Medulloblastom

(<3 bzw. 5 Jahre, abhängig von der Histologie)

sind in Planung. Bis diese Studien rekrutieren, sollten alle

Patienten mit der Diagnose eines Medulloblastoms (AusStudien-Update

HIT-MED Studienzentrale nahme PNET 5 MB), Ependymoms und ZNS-PNET in

das Register gemeldet werden.

Ein wesentlicher Bestandteil aller Studien und des Registers

ist die Sammlung von Tumormaterial für biologische

Untersuchungen in Begleitstudien. Für die PNET 5 MB

Studie sind diese Untersuchungen bereits initial therapierelevant

und gelten als Einschlusskriterium.

Als Begleitstudie hat auch die Neuropsychologie in PNET

5 MB ihren festen Platz. Mithilfe des Basisdiagnostikums

werden die neurokognitiven Folgen der Behandlung und

Auswirkungen einzelner Risikofaktoren z.B. Alter bei

Diagnose, Radiotherapie, Shunt, etc. untersucht. Auch

außerhalb dieser Studie sollte nicht auf die Erfassung dieser

Spätfolgen und einer damit verbundenen Empfehlung für

die Patienten verzichtet werden.

Weitere Informationen

Die HIT-Med Studienzentrale wird gefördert durch die

Deutsche Kinderkrebsstiftung, die Fördergemeinschaft

Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e.V., die Damp-Stiftung

und die RIEMSER Pharma GmbH.


Kontakt:
HIT-MED Studienzentrale, Frau Susanne Becker

(Dokumentation), Tel. 040-7410-58200, Fax 040-7410-

58300, hitchem@uke.de

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für

Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Martinistraße

52, 20246 Hamburg

Stefan Rutkowski für das HIT-MED Team in Hamburg

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