Aktuelle Mitteilungen

01. September 2014 - Editorial

Neue Geschäftsführerin der GPOH

Liebe Kolleginnen und Kollegen, in dieser Ausgabe der Mitteilungen der GPOH möchte ich Ihnen gerne unsere neue Geschäftsführerin (GPOH e.V. und GPOH gGmbH) vorstellen, die ihre Tätigkeit am 15.8.14 mit einer 50% Teilzeitstelle aufgenommen hat:

Frau Gudula Mechelk ist Diplom-Wirtschaftsingenieurin und Diplom-Kauffrau mit den Schwerpunkten Betriebswirtschaft, Steuerrecht und Rechnungswesen. Sie verfügt über langjährige Erfahrung als Geschäftsführerin eines gemeinnützigen Vereins mit 85 Mitarbeitern und 3500 Mitgliedern sowie einer gGmbH mit 48 Mitarbeitern. Ebenso war sie mehrere Jahre in leitender Funktion in der Personalverwaltung eines Krankenhauses und mehrerer mittlerer Industrieunternehmen tätig. Ihr Kompetenzspektrum umfasst neben Personalmanagement, Projektmanagement, Vertragsrecht und Controlling auch berufliche Erfahrung in der Organisation von Geschäftsprozessen in der Behinderten- und Altenhilfe, im ambulanten Pflegedienst, Rettungsdienst und in der Jugendhilfe.

Wir sind überzeugt, in Frau Mechelk eine hervorragend qualifizierte Persönlichkeit gefunden zu haben, die insbesondere auch den zunehmenden administrativen Anforderungen unserer Geschäftsstelle gerecht werden kann. An dieser Stelle möchten wir Frau Mechelk noch einmal ganz herzlich in unserer Fachgesellschaft willkommen heißen und ihr einen guten Start wünschen!

Die Berliner Geschäftsstelle befindet sich auch weiterhin in der Chausseestr. 128/129 in Berlin-Mitte. Hier befinden sich auf einer gemeinsamen Büroetage auch die Geschäftsstellen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der zugehörigen Akademie (DAKJ), der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen (GKind) und des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendmedizin sowie die Geschäftsstellen der Gesellschaften für Neuropädiatrie, für Endokrinologie und für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung. Auf den folgenden Seiten erwarten Sie weitere Neuigkeiten über Veranstaltungen und Aktivitäten der GPOH und unserer Mitglieder. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!

Ihre 
Angelika Eggert

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01. September 2014 - Symposien, Konverenzen, Events

2nd International Symposium on Childhood, Adolescent and Young Adult Hodgkin Lymphoma -ISCAYAHL- vom 07. -10. Mai 2014 in Berlin

Zum zweiten Mal seit der Premiere in Washington,D.C. im Mai 2011 fand das internationale Symposium für Hodgkin-Lymphom im Kindes-, Jugend- und jungem Erwachsenenalter statt.

Dieses Mal trafen sich vom 7. – 10. Mai 2014 in Berlin wieder 200 Teilnehmer aus 34 Ländern. Die wissenschaftliche Leitung dieser internationalen Experten-Plattform liegt bei Frau Prof. Dr. med. Christine Mauz-Körholz, Universitätskinderklinik Halle und bei Frau Dr. med. Monika Metzger, St. Jude Children’s Research Hospital, Memphis, TN, USA. Als Vertreterinnen zweier bedeutender Hodgkin-Lymphom Studiengruppen (GPOH-HD/EuroNet-PHL und Hodgkin Consortium/ COG) beidseits des Atlantiks sollte ein internationales Konsortium (CAYAHL) geschaffen werden mit der Zielsetzung eines globalen kooperativen Netzwerkes, um die Wissenschaft und die Qualitätsstandards der Behandlung des Hodgkin-Lymphoms weiterzubringen. Dazu soll dieses Symposium nun alle 3 Jahre alternierend in Washington bzw. in Berlin stattfinden.

Die Themenfelder des diesjährigen Symposiums erstreckten sich von der Biologie und Ätiologie über prognostische Faktoren, die klinische und translationale Forschung (insbesondere auch in kooperativen Studien weltweit) zu spezielleren Themen wie Rezidiven und Therapierefraktärität, Fortschritten bei der T-Zellulären Therapie und den sogenannten „targeted therapies“. Außerdem wurden die speziellen Aspekte der Therapie betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zu den Spätfolgen der Erkrankung und der Lebensqualität bei den Überlebenden des Hodgkin-Lymphoms diskutiert.

Ein ganz spezielles Projekt zur Harmonisierung der Staging- und Response-Kriterien bei CAYAHL, kurz‚ SEARCH for CAYAHL‘, das Frau Dr. Metzger ganz besonders am Herzen liegt, stellte seinen ersten Fortschrittsbericht ganz am Ende des zweieinhalb-tägigen Treffens vor. Dieses Projekt hat vor allem zum Ziel, die Staging und ResponseKriterien international für CAYAHL zu definieren, und international und damit auch mit Erwachsenen-HodgkinLymphom Studiengruppen vergleichbar zu machen.

Es trafen sich daher nicht nur klinisch tätige Ärzte/Ärztinnen und Wissenschaftler/innen sondern auch Biologen, Pathologen, Experten für diagnostische Radiologie und Nuklearmedizin, wie auch Strahlentherapeuten und Sozialwissenschaftler um sich an historischem Ort, im Langenbeck-Virchow-Haus auf dem Campus-Mitte der Charité, konstruktiv austauschen zu können.

Zur Symposiums-Eröffnung konnte Herr Tino Sorge, Bundestagsabgeordneter aus Sachsen-Anhalt und Mitglied des Gesundheitsausschusses gewonnen werden, um eine Grußadresse an die internationalen Gäste zu richten. Damit konnte ein wichtiger Kontakt dieses internationalen Netzwerkes zum höchsten nationalen parlamentarischen Gremium in Sachen Gesundheit geknüpft werden.

Ein weiterer absoluter Höhepunkt und ebenfalls eine Premiere beim Berlin-Symposium stellte die erstmalige Verleihung des ‚Günther-Schellong-Awards‘ dar. Diese Auszeichnung wird an Wissenschaftler/innen verliehen, die wie der Namensgeber herausragende Leistungen in ihrer beruflichen Vita im Bereich des Hodgkin-Lymphoms (CAYA) aufweisen können. Mit diesem Preis, einem goldenen Ehrenring mit einem Lapislazuli-Stein, wurde in ganz besonderer Weise der Gründer der DAL-GPOH-HD-Studien, Professor Günther Schellong und sein Lebenswerk gewürdigt, - die Laudatio wurde durch seinen langjährigen Wegbegleiter aus den Erwachsenen-Hodgkin-Studien, Herrn Professor Volker Diehl, gehalten und ebenso die erste Preisträgerin, Frau Professor Judith Landman-Parker, Leiterin der französischen Kinder-Hodgkin-Studiengruppe, die in besonderer Weise zum Zusammenschluss und zur Kooperation des europäischen Hodgkin-Konsortiums, EuroNet-PHL, beigetragen hat. Dieser Preis wird ab jetzt alle 3 Jahre anlässlich des ISCAYAHL verliehen.

Die lebhafte, diskussionsfreudige und Netzwerk-fördernde Atmosphäre des Symposiums war vor allem durch die hohe Internationalität, durch den besonderen historischen Charakter des Tagungsortes und durch die Nähe von Referenten und Publikum geprägt. Besonders wichtig war dabei, dass auch Wissenschaftler abseits der großen Studiengruppen und Teilnehmer aus den sogenannten „Lowincome-countries“ ihre Daten und Ergebnisse präsentieren konnten. Die drei besten Postervorträge wurden von der Jury mit je 500€ ausgezeichnet.

Mit einem Ausblick auf das kommende Symposium in Washington D.C. im Jahr 2017 endete das zweieinhalbtägige Symposium begleitet von großem Publikumszuspruch und einigen konstruktiven Vorschlägen. Es sollen noch mehr Diskussionsforen eingerichtet werden, evtl. Reisestipendien für Teilnehmer aus Niedriglohn-Ländern bereitgestellt werden und evtl. auch Patientengruppen und Angehörige mit eingebunden werden.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Christine Mauz-Körholz
Pädiatrische Onkologie und Hämatologie,
Secretary of the EuroNet-PHL group Universitätsklinik und Poliklinik
für Kinder- und Jugendmedizin der MLU-Halle

Dr. Monika Metzger
Pediatric Oncologist Principal Investigator of the Hodgkin-Consortium Associate Member
St Jude Children`s Research Hospital Memphis, TN, USA

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01. September 2014 - Symposien, Konverenzen, Events

Kongress “Advances in Neuroblastoma Research” 2014

Alle zwei Jahre organisiert die „Advances in Neuroblastoma Research Association“ den internationalen ANR-Kongress, der in diesem Jahr vom 13.-16. Mai in Köln stattfand.

Das Meeting ist insofern einzigartig, als es sich auf nur eine Krankheit, das Neuroblastom, konzentriert, diese aber von allen wissenschaftlich denkbaren Seiten her untersucht. Der Austausch zwischen der Grundlagenforschung und der Klinik hat sich in der Vergangenheit als äußerst fruchtbar für die biologischen Konzepte und als einflussreich auf die Gestaltung der Studien erwiesen.

Die ersten Meetings wurden ab 1975 von Audrey Evans („Evans Klassifikation“) durchgeführt. Seit den 90iger Jahren rotiert der Kongress über die Kontinente und war 2006 in Los Angeles, 2008 in Chiba, 2010 in Stockholm und 2012 in Toronto. Mit 642 Wissenschaftlern aus allen Kontinenten außer Afrika wurde die bisher höchste Teilnehmerzahl erreicht. Die meisten Forscher kamen aus den USA, danach folgten Deutschland und Japan. Hinzu kamen noch 91 Eltern und ehemalige Patienten zu einer parallelen deutschsprachigen Informationsveranstaltung. Das lokale deutsche Organisationsteam war aus Berlin (A. Eggert), Essen (J. Schulte, A. Schramm), Greifswald (H.Lode), Heidelberg (F. Westermann, O. Witt) und Köln (F. Berthold, M. Fischer, B. Hero, T. Simon) wurde durch ein internationales Team unterstützt.

In diesem Jahr lag der Fokus auf der Bedeutung genomischer und transkriptomischer Neuroblastomveränderungen, auf präklinisch getesteten neuen Medikamenten und auf den klinischen Studien. Von den 470 akzeptierten Beiträgen entfielen 42% auf Grundlagen-, 34% auf translationale und 24% auf klinische Forschung.

Der Kongress wurde am Vortag eingeleitet durch 3 Workshops zu „Drug discovery and development in neuroblastoma“, „Cancer stem cells and differentiation“ und „Epigenetics and Neuroblastoma“ und durch einen ganztägigen Update-Kurs für jüngere Kliniker und Grundlagenwissenschaftler. Erstmalig tagte ein Consortium von Organisationen, das die verschiedenen länderspezifischen Förderungen der Neuroblastom-Forschung bündeln und damit effektiver gestalten will.

Großen Anklang fand auch der erstmalig durchgeführte Informationstag für Patienten, Eltern und Angehörige, der von der deutschen Kinderkrebsstiftung in Zusammenarbeit mit der Fördergesellschaft Kinderkrebs-NeuroblastomForschung und dem Förderverein für krebskranke Kinder Köln organisiert und finanziert wurde. Er soll künftig alle zwei Jahre wiederholt werden.

Frank Berthold
(Kongresspräsident)

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01. September 2014 - Symposien, Konverenzen, Events

1. Internationaler pädiatrisch-onkologischer Kongress vom 15. – 17. Mai 2014 in Teheran zu Ehren von Professor Parvaneh Vossough

Frau Professor Parvaneh Vossough gilt als Pionierin der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie im Iran.

Der Kongress ihr zu Ehren wurde gemeinsam vom MAHAK Pediatric Cancer Treatment and Research Center (MPCTRC), von der Iranischen Society of Pediatric Hematology and Oncology (ISPHO) und der GPOH vorbereitet. Nach der Eröffnungszeremonie und Einleitung durch den Kongresspräsidenten Dr. Mardawig Alebouyeh berichteten mehrere iranische Experten und 11 pädiatrisch onkologische Spezialisten aus Deutschland und anderen Ländern über neue wissenschaftliche Ergebnisse und den derzeitigen Stand der Leukämiebehandlung (MDS, ALL, AML, CML, BMT und Schmerzmanagement).

Im Center MAHAK (Iranische Kinderkrebsstiftung) werden insbesondere Kinder mit Leukämien und bösartigen Tumoren kostenfrei behandelt. Dieses erste pädiatrischhämatologisch-onkologische Zentrum im Iran wurde von P. Vossough gegründet und als Lehrkrankenhaus etabliert. MAHAK ist eine Charity-Organisation („The Society to Support Children Suffering from Cancer“), die im Iran hoch angesehen ist und die von prominenten Personen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Sport unterstützt wird. P. Vossough ist im Mai 2013 im Alter von 78 Jahren verstorben.

Wir waren beeindruckt von der neuen Stammzelltransplantations-Station, die moderne Ansprüche erfüllt. In zahlreichen Diskussionen wurden die Möglichkeiten der Therapie mit den in Deutschland eingesetzten Therapie-Protokollen erörtert und neue Verbindungen mit iranischen Kinderonkologen geknüpft. Die Reise selbst war ein Erlebnis. Wir arrangierten uns mit der für uns fremdartigen Kultur (tägliches Kopftuch-Tragen für Frauen, Verhalten in der Öffentlichkeit) und genossen die herzliche Gastfreundschaft.

Ein Höhepunkt in Teheran war die Führung durch die Schatzkammer des Schahs im Tresor der Nationalbank mit unvergleichlich wertvollen Juwelen und der spätere Besuch des Schahpalastes und dessen Garten.

Der Verkehr in Teheran bei 20 Millionen Einwohnern ist unvorstellbar mit überfüllten Straßen und mit Autos und Motorrädern, die sich dicht an dicht ohne Fahrspuren mit atemberaubender Geschwindigkeit durchschlängeln. Im Zentrum der Stadt befindet sich der alte Basar mit Konsumgütern ohne Ende, neben wunderbaren Teppichen gab es z.B. echten Safran und schmackhafte Pistazien.

Nach dem Kongress hatte eine kleine Gruppe von uns noch die Gelegenheit, die Tempelanlagen aus der Zeit von Kyros (Xerxes und Darius, 500 – 300 v. Chr.) in der Region bei Shiras zu bewundern. Persepolis wurde von deutschen Archäologen ausgegraben. Für uns war es wunderbar, im Rahmen einer Extraführung ein derartiges archäologisches Kleinod ohne große Touristenströme zu besichtigen.

Herzlichen Dank an Dr. Mardavig Alebouyeh für die Einladung und die zuvorkommende Gastfreundschaft.

Ursula Creutzig

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