01. September 2014 - Symposien, Konverenzen, Events

Kongress “Advances in Neuroblastoma Research” 2014

Alle zwei Jahre organisiert die „Advances in Neuroblastoma Research Association“ den internationalen ANR-Kongress, der in diesem Jahr vom 13.-16. Mai in Köln stattfand.

Das Meeting ist insofern einzigartig, als es sich auf nur eine Krankheit, das Neuroblastom, konzentriert, diese aber von allen wissenschaftlich denkbaren Seiten her untersucht. Der Austausch zwischen der Grundlagenforschung und der Klinik hat sich in der Vergangenheit als äußerst fruchtbar für die biologischen Konzepte und als einflussreich auf die Gestaltung der Studien erwiesen.

Die ersten Meetings wurden ab 1975 von Audrey Evans („Evans Klassifikation“) durchgeführt. Seit den 90iger Jahren rotiert der Kongress über die Kontinente und war 2006 in Los Angeles, 2008 in Chiba, 2010 in Stockholm und 2012 in Toronto. Mit 642 Wissenschaftlern aus allen Kontinenten außer Afrika wurde die bisher höchste Teilnehmerzahl erreicht. Die meisten Forscher kamen aus den USA, danach folgten Deutschland und Japan. Hinzu kamen noch 91 Eltern und ehemalige Patienten zu einer parallelen deutschsprachigen Informationsveranstaltung. Das lokale deutsche Organisationsteam war aus Berlin (A. Eggert), Essen (J. Schulte, A. Schramm), Greifswald (H.Lode), Heidelberg (F. Westermann, O. Witt) und Köln (F. Berthold, M. Fischer, B. Hero, T. Simon) wurde durch ein internationales Team unterstützt.

In diesem Jahr lag der Fokus auf der Bedeutung genomischer und transkriptomischer Neuroblastomveränderungen, auf präklinisch getesteten neuen Medikamenten und auf den klinischen Studien. Von den 470 akzeptierten Beiträgen entfielen 42% auf Grundlagen-, 34% auf translationale und 24% auf klinische Forschung.

Der Kongress wurde am Vortag eingeleitet durch 3 Workshops zu „Drug discovery and development in neuroblastoma“, „Cancer stem cells and differentiation“ und „Epigenetics and Neuroblastoma“ und durch einen ganztägigen Update-Kurs für jüngere Kliniker und Grundlagenwissenschaftler. Erstmalig tagte ein Consortium von Organisationen, das die verschiedenen länderspezifischen Förderungen der Neuroblastom-Forschung bündeln und damit effektiver gestalten will.

Großen Anklang fand auch der erstmalig durchgeführte Informationstag für Patienten, Eltern und Angehörige, der von der deutschen Kinderkrebsstiftung in Zusammenarbeit mit der Fördergesellschaft Kinderkrebs-NeuroblastomForschung und dem Förderverein für krebskranke Kinder Köln organisiert und finanziert wurde. Er soll künftig alle zwei Jahre wiederholt werden.

Frank Berthold
(Kongresspräsident)

zurück