01. March 2013 - Personalia

Bericht des ehemaligen Vorsitzenden der GPOH

Einem solchen Bericht hat der intensive Dank an die Kolleginnen und Kollegen in Vorstand und Beirat, an die Geschäftsführer/innen und die Sekretariatsunterstützung vorauszugehen.

Dieser Dank ist bei der Mitgliederversammlung im September 2012 in Hamburg ad personam erfolgt und wird hier noch einmal wiederholt.

Der Rückblick auf die letzten 6 Jahre beginnt mit dem „Alltagsgeschäft“: Vorstandssitzungen, adhoc-Sitzungen und Telefonkonferenzen in beträchtlicher Zahl. Diese Sitzungen und Konferenzen dienten dem Zweck, Probleme zu erkennen, Lösungen zu formulieren und Voraussetzungen für die Umsetzung zu schaffen.

Schon zu Beginn der Amtszeit haben wir die Satzung der GPOH und die Geschäftsordnung des Vorstands reformiert und den aktuellen Erfordernissen angepasst. Dabei und bei anderen Strukturänderungen mit rechtlicher Implikation war es unerlässlich, die Hilfe einer Anwaltskanzlei in Anspruch zu nehmen. Um die Arbeit des Vorstands auf eine sichere Basis zu stellen, wurde eine Haftpflichtund eine D&O-Versicherung abgeschlossen.

Im Zentrum der Arbeit stehen und standen die wissenschaftlichen Halbjahrestagungen. Es kam darauf an, die Tradition der GPOH zu wahren und gleichzeitig mit Veranstaltungen wie in Wien und in Hamburg neue Wege zu gehen, auch um die Verbindung zur Kinder- und Jugendmedizin zu zeigen.

Es ist gelungen, den „Low Budget“- Charakter unserer Halbjahrestagung zu erhalten, was angesichts steigender Kosten, vor allem bei den Tagungs-Locations und den Orten der Abendveranstaltung, nicht ganz einfach war. Während der Studienleitertagungen, die über Jahre in Hannover stattfanden, haben wir uns intensiv den Problemen der Studien zugewandt, die überwiegend um das Arzneimittelgesetz, die europäische Arzneimittel-Direktive und die Fragen der Internationalisierung der Studien kreisten. Mit der Direktorenkonferenz sind wir einen neuen Weg gegangen. Sie wurde von den Direktoren und Abteilungsleitern unserer Kliniken sehr gut angenommen und diente dem Austausch über Fragen der Finanzierung der Kliniken und Abteilungen und dem Aufbau eines Informationsnetzwerks, das es den einzelnen Einrichtungen erlaubt, bessere Argumente in den aktuellen und kommenden Verteilungsauseinandersetzungen zu finden.

Die neue Satzung sieht die Einrichtung von Arbeitsgemeinschaften vor. Die Etablierung solcher studienübergreifenden Verbünde verhindert die Ausgründung von Gruppen aus der GPOH und bindet entsprechende Zentrifugalkräfte.

Neu eingeführt wurde auch die Rolle von Beauftragten, die durch die Mitglieder mandatiert werden und für Arzneimittelsicherheit, für Phase I/II Studien und für die nichtstudienerfassten Entitäten im PRST zuständig sind. Das Herzstück der Arbeit der GPOH sind die Studien. Hier ist es gelungen, durch die Neufassung der Studienregeln einen angemessenen Regelungsrahmen zu schaffen, der es uns erleichtert, neue Studien auf den Weg zu bringen, die Kontinuität der Arbeit zu sichern und dabei gleichzeitig Transparenz und demokratische Willensbildung zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Es war ein langgehegtes Ziel der GPOH- Arbeit, für möglichst alle Studien eine einheitliche Datenplattform zu entwickeln, zu benutzen. um Patienten für verschiedene Register, Datenbanken und Studien nur einmal dokumentieren zu müssen. Diesem Ziel kommen wir dank der großzügigen Unerstützung durch die DKKS durch die erfolgreiche Einführung der Datenplattform nun näher.

Die Knappheit der Finanzen ist ein besonderes Merkmal unserer Arbeit. Die Mitgliederversammlung im Frühjahr 2012 hat eine Beitragserhöhung beschlossen und dem neuen Vorstand den Weg geebnet, die zahlreichen Verpflichtungen unserer Fachgesellschaft auch finanzieren zu können. Trotzdem sind wir noch immer eine „preiswerte“ Fachgesellschaft, die ihren Mitgliedern für den gezahlten Beitrag eine Menge bietet: neben den bisher kostenlosen Halbjahrestagungen gibt es zwei Ausgaben der Klinischen Pädiatrie, bisweilen sogar Sonderhefte, Studien auf Weltniveau und jede Menge Service. Dies hat seinen Preis, den die Mitglieder in Zukunft mit einem höheren Beitrag auch mitfinanzieren.

Zur Professionalisierung unserer Arbeit und infolge der zunehmenden Kontrolle durch die Finanzbehörden, ergab sich die Notwendigkeit einer regelmäßigen Konsultation eines Steuerberaters.

In den letzten sechs Jahren konnte ein langjähriges Ziel realisiert und die Früchte der Arbeit des vorausgehenden Vorstands geerntet werden. Es ist gelungen, auf der Grundlage der Vereinbarung des Gemeinsamen Bundesausschuss eine Finanzierung der Referenzeinrichtungen, die neben den Studien unsere wichtigsten Instrumente der Qualitätssicherung sind, zu vereinbaren.

Wie mühsam Gesundheitspolitik ist, weiß jeder Zeitungsleser. Wie lange es dauert, bis man ein Ziel erreicht, zeigt unser Ringen um die Zentrumszuschläge. Im ersten Jahr unserer Amtszeit haben wir gemeinsam mit dem Vorstand von DLFH und DKKS das Bundesministerium für Gesundheit und die Selbstverwaltungspartner in ein Gespräch über die systematische Unterfinanzierung der Kliniken einbezogen. Obwohl wir mittlerweile eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht haben und dem Gesetz nach einen Anspruch auf Zentrumszuschläge haben, die wir überdies solide kalkuliert haben, müssen wir erleben, dass die örtlichen Krankenkassen oft alles andere als kooperativ sind. Angesichts des zunehmenden Finanzvolumens, das unsere Fachgesellschaft bewegt, haben wir uns zur Gründung einer gemeinnützigen GmbH entschlossen, in die wir das finanzielle Risiko unserer vielfältigen Aktivitäten auslagern wollen. Eventuelle finanzielle Probleme dürfen auf keinen Fall den Weiterbestand der GPOH als Verein gefährden.

In unsere Amtszeit fiel das Ende der KPOH- Förderung, die noch unter der Vorstandschaft von Prof. Günter Henze in intensiver Zusammenarbeit mit Prof. Ursula Creutzig erfolgreich beantragt worden war. Wir hatten das Problem zu lösen, die Strukturen der KPOH finanzierbar zu halten. Ich habe in meinem Bericht bereits mehrfach auf die gute Zusammenarbeit mit der DKKS und vor allem den Menschen, die hinter der DKKS und der DLFH stehen hingewiesen. Mein Dank gilt hier vor allem, stellvertretend für alle, den Vorsitzenden und der Geschäftsführung. Die DKKS hat die GPOH in vielfältiger Weise unterstützt und stellt einen unverzichtbaren Partner für unsere Fachgesellschaft dar.

Die Förderung des Nachwuchses ist ein wichtiges und sensibles Thema. Wir haben daher gefördert durch die DKKS einen gut besuchten Workshop in Bonn durchgeführt.

Die GPOH agiert nicht alleine; dem scheidenden Vorstand ist die Zusammenarbeit mit den Förderern - der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Kinderkrebsstiftung - von Beginn an ein zentrales Anliegen gewesen.

Auch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebsgesellschaft wurde intensiviert. Wir haben uns regelmäßig am Deutschen Krebskongress beteiligt und waren in den Gremien präsent. Drei Krebspreise in den letzten 6 Jahren für Mitglieder der GPOH sind sicher auch ein Zeichen für diese gute Zusammenarbeit und Präsenz.

Die DGHO ist ein wichtiger Partner, mit dem die Kooperation wieder in Gange gekommen ist. Es finden regelmäßige Gespräche auf Geschäftsführerebene statt, an der Jahrestagung der DGHO in Stuttgart 2012 waren wir beteiligt, ebenso an einer gemeinsamen Tagung in Berlin im März 2013.

SIOP Europe hat sich zu einer unverzichtbaren Plattform der pädiatrischen Onkologie entwickelt, die auf europäischer Ebene uns Sichtbarkeit und Präsenz in den Entscheidungsgremien verleiht. Daher hat sich der Vorstand für ein finanzielles Engagement der GPOH Mitglieder eingesetzt und ein positives Votum auf der letzten MV erhalten. Der Vorstand arbeitet mit in der neu gegründeten ECRC.

Der GPOH- Vorstand war und ist präsent bei Stellungnahmen, z.B. aktuell zur PET/CT und zur geplanten EU Regulation zu klinischen Studien.

Th. Klingebiel

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