01. September 2014 - Symposien, Konverenzen, Events

1. Internationaler pädiatrisch-onkologischer Kongress vom 15. – 17. Mai 2014 in Teheran zu Ehren von Professor Parvaneh Vossough

Frau Professor Parvaneh Vossough gilt als Pionierin der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie im Iran.

Der Kongress ihr zu Ehren wurde gemeinsam vom MAHAK Pediatric Cancer Treatment and Research Center (MPCTRC), von der Iranischen Society of Pediatric Hematology and Oncology (ISPHO) und der GPOH vorbereitet. Nach der Eröffnungszeremonie und Einleitung durch den Kongresspräsidenten Dr. Mardawig Alebouyeh berichteten mehrere iranische Experten und 11 pädiatrisch onkologische Spezialisten aus Deutschland und anderen Ländern über neue wissenschaftliche Ergebnisse und den derzeitigen Stand der Leukämiebehandlung (MDS, ALL, AML, CML, BMT und Schmerzmanagement).

Im Center MAHAK (Iranische Kinderkrebsstiftung) werden insbesondere Kinder mit Leukämien und bösartigen Tumoren kostenfrei behandelt. Dieses erste pädiatrischhämatologisch-onkologische Zentrum im Iran wurde von P. Vossough gegründet und als Lehrkrankenhaus etabliert. MAHAK ist eine Charity-Organisation („The Society to Support Children Suffering from Cancer“), die im Iran hoch angesehen ist und die von prominenten Personen aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Sport unterstützt wird. P. Vossough ist im Mai 2013 im Alter von 78 Jahren verstorben.

Wir waren beeindruckt von der neuen Stammzelltransplantations-Station, die moderne Ansprüche erfüllt. In zahlreichen Diskussionen wurden die Möglichkeiten der Therapie mit den in Deutschland eingesetzten Therapie-Protokollen erörtert und neue Verbindungen mit iranischen Kinderonkologen geknüpft. Die Reise selbst war ein Erlebnis. Wir arrangierten uns mit der für uns fremdartigen Kultur (tägliches Kopftuch-Tragen für Frauen, Verhalten in der Öffentlichkeit) und genossen die herzliche Gastfreundschaft.

Ein Höhepunkt in Teheran war die Führung durch die Schatzkammer des Schahs im Tresor der Nationalbank mit unvergleichlich wertvollen Juwelen und der spätere Besuch des Schahpalastes und dessen Garten.

Der Verkehr in Teheran bei 20 Millionen Einwohnern ist unvorstellbar mit überfüllten Straßen und mit Autos und Motorrädern, die sich dicht an dicht ohne Fahrspuren mit atemberaubender Geschwindigkeit durchschlängeln. Im Zentrum der Stadt befindet sich der alte Basar mit Konsumgütern ohne Ende, neben wunderbaren Teppichen gab es z.B. echten Safran und schmackhafte Pistazien.

Nach dem Kongress hatte eine kleine Gruppe von uns noch die Gelegenheit, die Tempelanlagen aus der Zeit von Kyros (Xerxes und Darius, 500 – 300 v. Chr.) in der Region bei Shiras zu bewundern. Persepolis wurde von deutschen Archäologen ausgegraben. Für uns war es wunderbar, im Rahmen einer Extraführung ein derartiges archäologisches Kleinod ohne große Touristenströme zu besichtigen.

Herzlichen Dank an Dr. Mardavig Alebouyeh für die Einladung und die zuvorkommende Gastfreundschaft.

Ursula Creutzig

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